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area4 – der festivalgeheimtip 2007 (teil 1)

von jonas | 5.September 2007

angefangen hat alles damit, dass ein freund von mir ende mai von diesem festival erzählt hat. ich war eher enttäuscht vom southside line up dieses jahr, hatte aber auf jeden fall lust mal wieder auf ein festival zu fahren. zu der zeit waren nur nofx, tool, … and you will know us by the trail of dead, eagles of death metal, muff potter, turbostaat und silverchair bestätigt, aber das reichte uns beiden schon, um ohne groß zu zögern tickets für das area4 zu holen. die ersten drei der obigen aufzählung gehören immerhin zu meinen lieblingsbands. außerdem hatten wir natürlich auch die erwartung, dass da noch mehr kommen würde – und es kam noch mehr! zwar gab es „nur“ eine bühne, aber auf der ging es dafür richtig rund, qualität statt quantität also. hier das gesamte line up.

aber wie jeder weiß, gehören zu einem guten festival nicht nur gute bands, sondern auch die vielen dinge drum herum. und auch in dieser beziehung gab es wenig zu meckern. nach etwa 300 km fahrt kamen wir am flugplatz borkenberge bei lüdinghausen (in der nähe von münster) an. dort trennte uns nur noch ein knapp zehnminütiger fußmarsch vom zeltplatz, wo wir, obwohl wir erst freitag mittag ankamen, einen schönen platz fanden (weit genug weg vom discohangar und relativ nah an den sanitären einrichtungen). von dort zur bühne waren es nur wenige hundert meter und die konnte man locker in fünf minuten zurücklegen. und wer selbst dazu noch zu faul war, konnte sich die bands auch einfach vorm zelt sitzend anhören, der sound war dort sogar ziemlich gut. ich glaube an der stelle wo wir unsere dosenravioli gegessen haben, drängen sich bei rock am ring noch die menschenmassen vor der bühne.

apropos menschenmassen: die suchte man beim area4 vergeblich, zumindest in ihrer nervigen form als störfaktoren (eine ausnahme bildete höchstens die schlange vorm männerklo, die aus unerfindlichen gründen irgendwie immer deutlich länger war als die bei den frauen). stattdessen herrschte eine wirklich gemütliche atmosphäre, es war genug platz für alle und die wege angenehm kurz. genau das richtige für ein entspanntes festivalwochenende also. dazu trug auch das wetter seinen teil bei: kein tropfen regen, dafür fast durchgehend sonnig bis heiter. ich habe es sogar geschafft, mir den ersten (und höchstwahrscheinlich auch letzten) sonnenbrand dieses sommers zu holen! aber kommen wir zum wesentlichen: der musik.

the datsuns überzeugten mit solidem 70ies rock (nach dem was ich von ihnen kenne zu urteilen würde ich sagen: die besseren wolfmother), während ich die donots eher öde fand. vor ein paar jahren gefiel mir die musik noch ziemlich gut, aber jetzt irgendwie nicht mehr so. man wird eben älter und weiser (haha!). erste positive überraschung waren dann soulfly. roots und jumpdafuckup direkt nacheinander, boah, und dann noch das getrommel und die artistischen sprungkickeinlagen des gitarristen… aber ich schreibe hier ja nicht für metalstreber.de, also schnell weiter im text. danach kam auch schon die erste und gleichzeitig größte musikalische enttäuschung des festivals: the (international) noise conspiracy. versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer fan dieser band. survival sickness und a new morning, changing weather sind zwei verdammt großartige alben. armed love war dann schon schwächer. und dieser auftritt: ein blasser schatten ihrer früheren selbst. die neuen songs vom bald erscheinenden album waren belangloser 08/15-radiopop, vorbei mit der wilden revolutionären energie der vergangenheit. den großteil vom restlichen set bildeten lieder von armed love – und selbst der eigentlich unverwüstliche smashhit capitalism stole my virginity konnte nicht recht überzeugen. am schlimmsten von allem war aber die bühnenshow von sänger dennis lyxzén, der mit seinen blondierten haaren ein bisschen nach michael mittermeier-double aussah. diese war nämlich offensichtlich vom frühen michael jackson inspiriert. einfach nur peinlich und daneben. da tat es mir schon ein bisschen in der seele weh.

deshalb schnell weiter zu den positiven dingen: in den halbstündigen umbaupausen konnte man bequem zum zeltplatz zurück schlendern um sich zu stärken und/oder auszuruhen, ohne befürchten zu müssen, die nächste band zu verpassen. überhaupt erleichtert eine bühne das sonst oft stressige unterfangen, alle bands, die man sehen will, auch wirklich zu sehen. zu diesen bands gehörten auch die eagles of death metal, die keineswegs death metal, sondern eher äußerst tanzbaren und auf eine ungewöhnliche weise sexy boogie rock’n’roll machen. war auch ein netter auftritt, nur schade, dass der sänger und gitarrist jesse „the devil“ hughes sein auf platte sehr cooles falsett live kaum einsetzt. außerdem wirkten die jungs etwas aufgeregt, wahrscheinlich spielen sie nicht allzu oft vor so vielen leuten. die hits wie i want you so hard, cherry cola und i only want you haben sie sich bis fast zum schluss aufgehoben, aber das warten hat sich auf alle fälle gelohnt.

danach kam dann der lacher des festivals: es wurde durchgesagt, dass der auftritt von silverchair ausfallen muss, da der sänger in frankreich im krankenhaus liegt. der grund dafür (o-ton!): „er hat fisch gegessen.“ na ja, mich hat’s nicht weiter gestört, schließlich kam ich so schneller zu dem auftritt, auf den ich mich am meisten freute, nämlich den von nofx. und was soll ich sagen: es war der hammer! 90 minuten lang hit nach hit, nur unterbrochen von bühnendialogen, die zeigten, wie viel spaß die jungs noch immer an der sache haben. nicht zu vergessen auch die wunderbare ansage „ok, wir spielen jetzt acht songs in vier minuten!“ dass es tatsächlich etwa 5:30 minuten wurden tat der freude keinen abbruch. schluss war erst nach einem sicher gut zehnminütigen akkordeonsolo von gitarrist melvin.

der freitag fand also seinen würdigen abschluss, und nach einem recht kurzen zwischenstop im discohangar bei den visions-djs, wo es sich einige nervige leute nicht nehmen lassen wollten, zu so ziemlich jedem song herumzupogen, obwohl es eh schon viel zu eng war, konnte man erschöpft und zufrieden ins zelt fallen.

morgen geht’s weiter mit dem samstag und u.a. folgenden themen: die schönsten festivalspiele, nervende/merkwürdige/schauspielernde/angeblich stinkende sänger(innen) und gescheiterte heiratspläne.

(die ersten beiden bilderlinks sind fotos von mir, das foto von melvin ist von thorsten seiffert für rock’n'roll reporter)


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3 kommentare zu “area4 – der festivalgeheimtip 2007 (teil 1)”

  1. matze meint:
    5.September 2007 at 9:34 pm

    zur kloschlange: vielleicht die mädels, die das herrenklo benutzt haben? oder waren einfach kaum frauen auf dem festival?

  2. jonas meint:
    6.September 2007 at 4:23 pm

    nein, es haben keine mädels das männerklo benutzt. warum auch, bei ihnen war ja keine schlange. und so groß war der männerüberschuss jetzt auch nicht. ich glaube die herren der schöpfung haben sich einfach meist sehr viel zeit für ihren klobesuch gelassen, die mädels wollten nur schnell fertig werden.

  3. wepe meint:
    8.September 2007 at 12:50 pm

    Ich hatte auch mal überlegt um area4 zu fahren… aber weil da nicht so meine Bands kamen waren mir 50 denn doch zu viel. Obwohl das schon ein guter Preis ist.