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tomte – heureka. du nennst das pathos und ich nenn es leben.
von mandy | 19.Oktober 2008

nach zweieinhalb jahren meldet sich eine der pathetischsten bands aus dem hinterhalt zurück. erst die neue single, dann ein album. songs, die bereits weit vorher auf einigen konzerten zu gehör gebracht wurden. die messlatte aber sitzt hoch, denn mit buchstaben über der stadt lieferten tomte ein grandioses werk ab.
die neue platte wird für den 10.10. terminiert. heureka! konnte man es gar nicht aushalten, gab es eine woche vor release das prelistening auf myspace. um einen guten und tiefen einblick zu erhalten, wartet man aber doch lieber brav ab, bis die cd zuhause einfliegt.
mit zwölf neuen songs leitet die band durch suchen und finden, verlieren und wieder fangen. textlich wird ein hohes niveau beibehalten, wenn nicht sogar weiter ausgebaut. selbst die höherentwicklung in musikalischen bereichen schien bei tomte nach dem letzten album schier unmöglich. mit einer eher ungewollten rotation in der instrumentenverteilung (simon frontzek an den tasten, max martin schröder an den drums) wird dann genau das erreicht.
die erste singleauskopplung der letzte große wal soll auf das album vorbereiten, hebt sich letztlich aber mehr vom rest ab. der opener heureka zeigt sofort die weiterentwicklung in sachen melodische töne durch neuordnung in der band und geht mit viel kraft ins ohr. einen eher typischen song stellt wie sieht’s aus in hamburg? da, der damit schnell zum besten der ganzen platte werden kann. eine sanftheit im refrain, die nicht melancholisch verunsichert, sondern fast ans herz geht. küss mich wach, gloria! ist bekannt von diversen liveauftritten, überzeugt auf platte ebenfalls. eines der besten stücke vor allem inhaltlich (und wir heben unser glas in demut / ich erinner mich an alles und jeden / such dir jemanden, der dir nicht weh tut / du nennst das pathos, ich nenn es leben!). man schließt ab mit einer steigung in den songkurven, die lieben lässt: sowohl das orchester spielt einen walzer als auch nichts ist so schön auf der welt wie betrunken traurige musik zu hören beginnen äußerst ruhig und eingehend, um später förmlich aus sich herauszubrechen und mit nachdruck zu verstärken. zum schluss gibt es voran voran als schnelleren bonustrack, in dem nicht zuletzt freund und kollege olli schulz zitiert wird.
tomte schenken uns damit ein werk mit definitivem charakter zum album des jahres, selbst wenn das artwork nicht dem hohen standard angemessen ist. das sowieso eher unscheinbare cover kommt durch plastikverpackung schlecht zur geltung und steht damit hinter dem wunderbaren pappcover der buchstaben über der stadt. der beigelegte bandaufnäher leistet schließlich noch vorlagen für indiemania.de die offizielle tomtejugend á la turbonegro zu gründen. meinungen sollen und dürfen dabei auseinander gehen.
bleibt zu sagen: du bist nicht gestorben, heureka!
tomte – heureka (2008, grand hotel van cleef)
künstlerkollektiv: olli schulz, tomte
file under: platten | 5 kommentare »


19.Oktober 2008 at 9:01 pm
Mandy! Meine Liebe, super geschrieben. Super Platte, wohl noch einen Tacken besser als Buchstaben über der Stadt.
19.Oktober 2008 at 9:41 pm
hey ho!
schöner text. das album ist auch ganz toll. nur schade das tomte zur tour nicht nochmal nach thüringen kommt. im frühjahr in erfurt wars schon ein geiler abend.
19.Oktober 2008 at 9:44 pm
das wird schon noch kommen. thees wird bestimmt nochmal in jena paradies campieren wollen. ;)
22.Januar 2009 at 12:36 pm
“textlich wird ein hohes niveau beibehalten, wenn nicht sogar weiter ausgebaut.”
Hm, find ich voll nicht. Finds eher noch belangloser und nichtssagender als auf “Buchstaben” oder “Hinter all diesen Fenstern”.
25.Januar 2009 at 2:37 pm
gut, dass das alles subjektiv ist.