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Das Jahrzehnt aus Sicht der indiestreber. Teil 2: Jonas‘ 2000

von jonas | 2.Dezember 2009

Puh, das Jahr 2000 ist inzwischen schon wirklich lange her. Und meine musikalische Sozialisation war damals noch lange nicht abgeschlossen. Aber fangen wir mal noch etwas weiter in der Vergangenheit an…

Was bisher geschah

Mit vier steckte mich mein großer Bruder in ein Holzfällerhemd und ließ mich darin zu Smells Like Teen Spirit „performen“.1 Überhaupt hörte ich Anfang der 90er größtenteils die Musik, die meine großen Geschwister mochten – Metallica, Guns’n’Roses, Ugly Kid Joe usw. Nicht schlecht für ein Kindergartenkind, würde ich sagen. Kurz danach wechselte ich dann allerdings zu den Schlümpfen2 und Rednex. Und natürlich hörte ich auch den ganzen Eurodance-Kram, der heute auf 90er-Parties rauf und runter läuft.

Mitte der 90er verlor ich dann aus unerfindlichen Gründen zeitweise das Interesse an Musik. Es gab den einen oder anderen Song aus dem Radio, der mir gefiel, mehr aber auch nicht. Erst mit der Pubertät kam die Musikbegeisterung schließlich wieder zurück. Ich hatte allerdings keine HipHop-Phase so wie Matze – gerade deutschsprachiger Rap konnte mich nie so wirklich begeistern. Mein Einstieg, in die „alternative“ Rockmusik lief eher über Crossover aka Nu Metal (siehe weiter unten). Diese Musikrichtung war Ende der 90er ja ziemlich angesagt, aber für mich zu dieser irgendwie trotzdem rebellisch, weil auf MTV eben immer noch häufiger Britney Spears oder die No Angels gespielt wurden.

Aus heutiger Sicht finde ich es übrigens bezeichnend, dass sich im Jahr 2000 zwei Bands auflösten, die die 90er Jahre musikalisch geprägt haben: Zum einen Rage Against The Machine, einer der Vorreiter der Crossover-Bewegung, und zum anderen The Smashing Pumpkins, ein Aushängeschild des Alternative Rock. Da kann man schon von einem Zeitenwandel sprechen. Beide Bands haben sich zwar inzwischen an Comebacks versucht, aber so wirklich viel bei rumgekommen ist dabei nicht.

Meine Lieblingsplatte damals

linkin park - hybrid theoryWie gesagt, Nu Metal war damals meine Musik der Wahl. Und deshalb war “Hybrid Theory”, das erste Album der damls noch recht unbekannten Band Linkin Park, der heißeste Scheiß für mich. Das hier war ja sogar noch härter als Limp Bizkit!3 Naja, man ist eben noch ziemlich leicht zu beeindrucken in so einem Alter. Interessanter- weise hatte ich übrigens bereits bei der zweiten Platte das Interesse an Linkin Park verloren.

Linkin Park – One Step Closer

Meine Lieblingssongs damals

Zu meinen weiteren Lieblingsbands zu dieser Zeit zählte eigentlich alles, was irgendwie hart und alternativ und gleichzeitig 13-jährigenkompatibel war, vor allem KoRn, Limp Bizkit, Kid Rock und Papa Roach. Daneben mochte ich allerdings auch amerikanischen HipHop, insbesondere Eminem, Cypress Hill und Dr. Dre.

Auch wenn ich diese Art von Musik heutzutage so gut wie gar nicht mehr höre: Peinlich sind mir meine damaligen Lieblingssongs nicht. Ich finde sie eigentlich immer noch ganz okay bis gut. Wovor ich mich allerdings fürchte, ist der Moment, wenn diese Musik auf irgendwelchen Retro- und Ü30-Parties laufen wird und betrunkene Idioten sie nostalgieselig mitgrölen…

Hier eine kleine Auswahl meiner damaligen Favorites:

Papa Roach – Last Resort

Limp Bizkit – Take A Look Around

Korn – Falling Away From Me

Eminem – The Real Slim Shady

So, das war jetzt aber auch genug Nostalgie. Wenden wir uns nun den echten Perlen aus dem Jahr 2000 zu:

Die Alben des Jahres – aus heutiger Sicht

at the drive-in - relationship of commandIm Jahr 2000 gelang es At The Drive-In mit “Relationship Of Command”, den Punkrock ins 21. Jahrhundert zu katapultieren. Dieses Album hat alles, was man sich wünschen kann: Wut, Leidenschaft, Spielfreude, Intensität, ausgefallene Ideen. Und auch die ruhigen Momente können vollends überzeugen. Durchweg starke Songs, kein einziger Füller. Jeder, der sich nur annähernd für Hard-, Emo- oder Post-Core interessiert, muss diese Platte im Regal stehen haben! Aus der Asche von At The Drive-In, die sich bereits ein knappes Jahr später auflösten, gingen The Mars Volta und Sparta hervor.

At The Drive-In – One Armed Scissor

Weitere großartige Platten aus diesem Jahr:

Die Songs des Jahres – aus heutiger Sicht

Zwischen Gänsehaut und absolutem Kontrollverlust. Ganz klar der Song des Jahres 2000:

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – A Perfect Teenhood

Weitere großartige Songs aus dem Jahr 2000:

Video des Jahres

Dieses Video hätte sich Pete Doherty mal etwas genauer ansehen sollen:

The Smashing Pumpkins – Try, Try, Try (Regie: Jonas Akerlund)

Konzert des Jahres

Damals war ich noch lieb und brav und bin nicht auf Konzerte gegangen. Das sollte sich im Jahr darauf allerdings schlagartig ändern…

  1. Kein Scherz! Es gibt sogar Videoaufnahmen davon. []
  2. Oh mein Gott, welches kranke Hirn hat sich das bloß ausgedacht? Und wieso fanden das damals ausnahmslos alle Kinder geil? []
  3. Ich muss zugeben, beim Schreiben dieser Zeilen fällt es mir schwer, nicht vor Lachen vom Stuhl zu kippen []

kĂĽnstlerkollektiv: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

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2 kommentare zu “Das Jahrzehnt aus Sicht der indiestreber. Teil 2: Jonas‘ 2000”

  1. Sebastian meint:
    3.Dezember 2009 at 11:16 am

    Kopfsteinpflaster darf natürlich nicht fehlen :D

    Aber echt krass, gell, dass man die echten Perlen damals gar nicht groß wahrgenommen hat. Geht mir genauso…

  2. hannah meint:
    7.Dezember 2009 at 1:43 pm

    hui jonas, ich glaub wir haben 2000 einfach haargenau die gleichen cds auf dauerrotation gehabt…”hybrid theory” konnte ich zum schluss auswendig mit”singen”. jeah!