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Das Jahrzehnt aus Sicht der indiestreber. Teil 17: Jonas’ 2005

von jonas | 17.Dezember 2009

2005 war das Jahr, in dem Indie endgültig “in” wurde und die Tanzflächen eroberte. Die Zahl der jungen, hungrigen The-Bands war inzwischen Legion. Harte, breitbeinige Macker waren out, die Bühnen der Welt wurden den gebildeten, eher schüchternen und leicht nerdigen Jungs überlassen. Bis heute habe diese sich dort tapfer geschlagen.

Und 2005 war auch das Jahr, in dem ich anfing, angesagte Indie-Musik zu hören. The Strokes, The Libertines und Franz Ferdinand waren zuvor noch an mir vorbei gegangen, aber mit den Debüts von Bloc Party und Maximo Park sprang ich sozusagen auf den fahrenden Zug auf. Es gab einfach kein Entkommen mehr, außerdem war der Sound frisch und unverbraucht. Zumindest wenn man – so wie ich damals und wohl die meisten meiner Generationsgenossen – Joy Division, die Buzzcocks, Gang Of Four und die ganzen anderen britischen Post-Punk- und New Wave-Bands der 80er Jahre nicht kannte.

Ich stimme Matze übrigens zu: 2005 war was die Plattenveröffentlichungen angeht wirklich ein gutes Jahr. Auch wenn sich meine Favoriten von seinen doch stark unterscheiden. Und statt neumodischem Indie dominiert darunter wieder einmal der gute alte Rock.

Die Alben des Jahres

...trail of dead - worlds apart Als ich “Worlds Apart” von …And You Will Know Us By The Trail Of Dead zum ersten Mal hörte, war ich enttäuscht. Kaum ein Song blieb mir im Gedächtnis. Das hier sollte das neue große Ding in der Rockmusik sein? Doch so schnell gab ich nicht auf. Ich hörte das Album wieder und wieder, und irgendwann wurde ich immer mehr hineingezogen. Keine andere Platte in meinem Leben ist bisher so stark gewachsen.

“Worlds Apart” ist durchdacht, ohne verkopft zu sein. Herzblut und Opulenz wurden selten so trefflich miteinander verbunden. Genauso wie das überlaufene, detailreiche Cover ist auch die Musik ein Parforce-Ritt durch die Menschheitsgeschichte. Für mich die perfekteste Rockplatte des frühen 21. Jahrhunderts.

Weitere großartige Alben aus dem Jahr 2005:

Die Songs des Jahres

Allein schon, um ein für allemal den Glauben aus der Welt zu schaffen, Bassisten brauche kein Mensch und die Gitarre sei eh viel cooler und wichtiger, stammt mein Song des Jahres vom Bass-Schlagzeug-Duo Death From Above 1979:

Death From Above 1979 – Romantic Rights (live)

(Das Video zur Studioversion des Songs gibt es übrigens hier)

Außerdem soll an dieser Stelle noch einer der großartigsten Rocksongs der Gegenwart mit dem mitreißendsten 5/4-Takt seit dem Mission Impossible-Theme geehrt werden:

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Will You Smile Again? (live)

Weitere bemerkenswerte Songs aus dem Jahr 2005:

Video des Jahres

Wer hat Angst vorm bösen Bär?

We Are Scientists – Nobody Move, Nobody Get Hurt

Konzert des Jahres

Im Jahr 2005 kann ich mich nur an ein größeres Konzert erinnern, auf dem ich war. Aber das macht nichts, denn selbst wenn ich in diesem Jahr auf hunderten gewesen wäre, dies wäre mein Konzert des Jahres: …And You Will Know Us By The Trail Of Dead im März 2005 im Schlachthof Wiesbaden. Der erste Auftritt dieser Band, dem ich beiwohnte, kurz nachdem ich sie für mich entdeckt hatte. Fünf weitere sollten im Laufe der Jahre folgen. Grandiose Liveband.

Außerdem gab es 2005 noch ein Debüt: Mein erstes großes Festival! Im Juni fuhr ich mit ein paar Freunden nach Neuhausen ob Eck zum Southside. Auch wenn ich die Menschenmassen etwas gewöhnungsbedürftig fand, waren es drei fantastische Tage, an denen ich unter anderem Boysetsfire, Ska-P, Queens Of The Stone Age, die Ärzte, Flogging Molly, Turbonegro und Nine Inch Nails sah. Doch mein absoluter Höhepunkt war der erste Auftritt, den ich Freitag abends vor der Bühne erlebte1: System Of A Down spielten in anderthalb Stunden beinahe die komplette Toxicity durch. Wahnsinn!

Achja, den Oasis-Gig hörte ich mir übrigens guten Gewissens vom Zeltplatz aus an…

  1. die Beatsteaks und Audioslave habe ich leider verpasst, weil wir aufgrund von Staus recht spät ankamen und dann noch Bierfässer durch die Gegend schleppen mussten []

kĂĽnstlerkollektiv: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

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