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Das Jahrzehnt aus Sicht der indiestreber. Teil 20: Jonas’ 2006
von jonas | 20.Dezember 2009
2006 war für mich ein Jahr mit zahlreichen Veränderungen und Neuerungen. Ich machte mein Abitur, begann meinen Zivildienst in einem Mainzer Jugendzentrum, spielte das erste Konzert mit meiner Band, legte mir einen iPod zu und meldete mich bei last.fm an. Außerdem habe ich Ende 2006, nachdem ich mir zuvor schon einige Ausgaben am Kiosk gekauft hatte, mit der VISIONS meine erste Musikzeitschrift abonniert. Diese begleitet mich auch heute noch durchs Leben und hat mir in den letzten Jahren jede Menge interessante Bands nahegebracht.
Die Musikszene wurde im Jahr 2006 weiterhin von meist aus dem UK stammenden Indie-Bands dominiert. Und auch ich konnte mich immer mehr mit diesem nicht ganz so verzerrten Gitarrensound anfreunden. Doch daneben gab es auch noch einiges an schräger Nischenmusik, für die ich mich begeistern konnte.
Alben des Jahres
Portugal. The Man hätte ich ohne die VISIONS wohl erst wesentlich später kennnengelernt, wenn überhaupt. Ihr Debütalbum “Waiter: ‘You Vultures!’” wurde dort im Juli 2006 Platte des Monats, und die Besprechung dazu klang verblüfft und spannend. Etwa nach dem dritten Hördurchgang war auch ich gefesselt von dieser Kreuzung aus abgefahrenen Prog-Ideen und süßen Pop-Melodien. Dazu umgab die Band so eine gewisse rätselhafte Aura, allein schon aufgrund ihrer Heimat Alaska und diesem merkwürdigen Namen. Aber auch wenn man das mal aus dem Spiel lässt, ist “Waiter: ‘You Vultures!’” einfach eine fantastische, unglaublich vielseitige und nie langweilige Platte. An dieses Niveau konnten Portugal. The Man meiner Meinung nach trotz ihrem immensen Schaffensdrang, der zu vier Alben in vier Jahren geführt hat, bis heute nicht mehr ganz herankommen.
Zur Verdeutlichung des oben geschriebenen hier nochmal das Video zu AKA M80 The Wolf:
Portugal. The Man – AKA M80 The Wolf1
Weitere großartige Platten aus dem Jahr 2006:
- Alarma Man – Alarma Man
- …And You Will Know Us By The Trail Of Dead – So Divided
- Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not
- The Blood Brothers – Young Machetes
- Cursive – Happy Hollow
- Deichkind – Aufstand Im Schlaraffenland
- Shooting At Unarmed Men – Yes! Tinnitus!
- Sparta – Threes
- Tool – 10,000 Days
Songs des Jahres
An dieser Stelle will ich zwei Bands würdigen, die das Jahr 2006 mit ihren Songs geprägt haben. Zum einen die Arctic Monkeys, deren erstes Album in England zahlreiche Verkaufsrekorde sprengte und denen mit I Bet You Look Good On The Dancefloor ein ultimativer Hit gelungen ist.
Arctic Monkeys – I Bet You Look Good On The Dancefloor
Und zum anderen das Phänomen Deichkind. Auch wenn Remmidemmi (Yippieh Yippieh Yeah) inzwischen auf unzähligen Studentenfeiern sowas von tot gespielt worden ist: Der Song ist und bleibt die Hymne für eine Generation, die keine ist. Davon werden wir noch unseren Enkeln erzählen.
Deichkind – Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah) (live auf dem Melt! 2006)
Weitere großartige Songs aus dem Jahr 2006:
- …And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Wasted State Of Mind
- Blackmail – Moonpigs
- The Blood Brothers – Laser Life
- Cursive – Dorothy At Forty
- Dirty Pretty Things – Gin & Milk
- Eagles Of Death Metal – I Want You So Hard (Boy’s Bad News)
- Mastodon – The Wolf Is Loose
- Placebo – Meds (feat. VV)
- Pretty Girls Make Graves – The Nocturnal House
- Sonic Youth – Incinerate
- Sparta – Untreatable Disease
- Tool – Vicarious
- The World/Inferno Friendship Society – Brother Of The Mayor Of Bridgewater
Konzert des Jahres
Ich hätte nicht gedacht, dass es diese Parallele gibt, aber schon wieder sind bei mir ein und dieselbe Band für Album und Konzert des Jahres verantwortlich. Im Oktober 2006 sah ich Portugal. The Man auf ihrer allerersten Deutschlandtour in der kleinen Halle im Schlachthof Wiesbaden. Was ich an diesem Abend noch nicht wusste: Die Jungs sollten eigentlich nur als Support Act für eine andere Band nach Europa kommen und hatten deshalb nur Song für eine gute halbe Stunde geprobt, aber irgendwie waren sie dann plötzlich Headliner und mussten deutlich länger spielen. Um das Programm also etwas zu strecken, zelebrierten sie auf der Bühne ausgelassene Jams, die sie mit den Liedern ihres Debüts verwoben. Ein beeindruckendes Erlebnis.
Außerdem war ich im Jahr 2006 auf zwei Tool-Konzerten, einmal in Düsseldorf und einmal in Mannheim. Auch wenn große Hallen nicht ganz meine Sache sind2 – es war schon verdammt imposant.
Video des Jahres
Beck – Cell Phone’s Dead (Regie: Michel Gondry)
- Der Moment, in dem zum ersten Mal der Bär im Bild ist, ist einfach unbeschreiblich… [↩]
- und dazu kommt noch, das der durchschnittliche Tool-Fan ungefähr 1,87 m groß ist und man deshalb als deutlich kleinerer Mensch nicht gerade viel sieht [↩]
kĂĽnstlerkollektiv: ...and you will know us by the trail of dead, alarma man, arctic monkeys, beck, blackmail, cursive, deichkind, dirty pretty things, eagles of death metal, Mastodon, placebo, portugal. the man, pretty girls make graves, shooting at unarmed men, sonic youth, sparta, the blood brothers, The World/Inferno Friendship Society, tool
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kommentare verboten. was wir schreiben, stimmt auch.

