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Das Jahrzehnt aus Sicht der indiestreber. Teil 23: Jonas’ 2007
von jonas | 23.Dezember 2009
Im Jahr 2007 begann auch ich – als letzter von uns dreien – mein Studentenleben. Dafür blieb ich in meiner Heimatstadt Mainz, lernte an der Uni allerdings jede Menge neue Leute kennen. Unter anderem auch den Kollegen Matze, der mich bald fragte, ob ich nicht Lust hätte, einen Gastbeitrag für seinen Musikblog indiestreber zu schreiben. Wie ihr euch schon denken könnt – ich hatte!
Und bei dem einen Artikel1 sollte es nicht bleiben, schon bald war ich Teil der “Redaktion”. Somit war ich damals auch dazu befugt, über meine Alben und Songs des Jahres 2007 zu urteilen, was mir heute die Arbeit erleichtert. Aber ein paar nachträgliche Entdeckungen gab es doch, auf die ich hier auch eingehen will.
Außerdem habe ich gerade gesehen, dass sich drei meiner Lieblingsbands, die auch desöfteren in meinem bisherigen Jahrzehntrückblick auftauchten, im Jahr 2007 aufgelöst haben: The Blood Brothers, The Cooper Temple Clause und Pretty Girls Make Graves. Schade schade! Gleichzeitig gab es aber auch zahlreiche Reunions und Comebacks in diesem Jahr, etwa von Rage Against The Machine, Dinosaur Jr. und den Smashing Pumpkins.
Alben des Jahres
Mein Album des Jahres 2007 ist und bleibt “Curses!” von Future Of The Left. Nachdem sich meine Noiserock-Lieblinge Mclusky im Januar 2005 getrennt hatten, machten zwei Drittel der Band mit neuem Bassisten unter dem Namen Future Of The Left weiter und hauten auf ihrem Debüt fleißig in die selbe Kerbe. Die Platte bietet 14 wütend herausgerotzte Songs mit einem Ticken mehr Groove und einem etwas ausgefeilteren Songwriting als noch zu Mclusky-Zeiten. So macht Zukunft Spaß.
Das Album, das zum wohl größten Gesprächsthema des Jahres im Musikbusiness wurde, ist dagegen ein anderes: “In Rainbows” von Radiohead, welches ohne große Ankündigung und ohne Plattenfirma online veröffentlicht wurde. Und jeder konnte selbst entscheiden, wie viel er dafür zahlen wollte. Das roch stark nach Revolution, aber eine wirkliche Veränderung hat dieser Coup bisher nicht gebracht, auch wenn weitere Bands wie Nine Inch Nails oder Bloc Party etwas später mit ähnlichen Veröffentlichungstrategien experimentierten. Doch was neben all dem leicht in Vergessenheit gerät: “In Rainbows” ist auch musikalisch faszinierend. Ein sehr lässiges und abgeklärtes Spätwerk einer fantastischen Band. Ich hörte die Platte erst im Jahr 2008 im Zuge meiner großen Radiohead-Aufarbeitung.2
Weitere großartige Alben aus dem Jahr 2007:
- Against Me! – New Wave
- Arctic Monkeys – Favourite Worst Nightmare
- Beatsteaks – Limbo Messiah
- Biffy Clyro – Puzzle
- Bloc Party – A Weekend In The City
- Forget Cassettes – Salt
- Okkervil River – The Stage Names
- Portugal. The Man – Church Mouth
Songs des Jahres
Auch wenn ich das dazugehörige Album “Era Vulgaris” nicht so gut finde wie die anderen Queens Of The Stone Age-Alben: Dieser Song ist der Prototyp eines kaputten, verdammt schmutzigen Rocksongs. Da gibt es kein Stillstehen mehr. Und im Hintergrund nölt auch noch Julian Casablancas von den Strokes. Fantastisch!
Queens Of The Stone Age – Sick Sick Sick
Weitere großartige Songs aus dem Jahr 2007:
- 31Knots – Beauty
- Arctic Monkeys – Brianstorm
- Biffy Clyro – Machines
- Bloc Party – Hunting For Witches
- Foo Fighters – The Pretender
- The Fratellis – Chelsea Dagger
- Future Of The Left – Manchasm
- The Hives – Try It Again
- Icke & Er – SvB
- Kate Nash – Foundations
- Maximo Park – Our Velocity
- Minus The Bear – Knights
- Muff Potter – Wunschkonzert
- The Wombats – Let’s Dance To Joy Division
Konzert des Jahres
Man, 2007 war ich echt auf verdammt vielen verdammt guten Konzerten. Da fällt die Auswahl schwer. Ich entscheide mich aber mal für den Auftritt von NOFX auf dem Area4-Festival in Lüdinghausen (NRW). Zum einen, weil es für mich das beste Konzerte eines insgesamt schon sehr guten Festivals war, und zum anderen, weil ich die Band, die damals schon seit langer Zeit zu meinen Lieblingsbands zählte, dort zum ersten Mal live sah. Außerdem reicht eigentlich schon der eine Moment, in dem mein Bruder und ich uns zu Beginn von Bob vielsagend anschauten und direkt danach euphoriedurchströmt nach vorne in die Menge stürzten, vollkommen als Begründung aus.
Weitere ausgewählte Konzerthighlights: insgesamt dreimal …Trail Of Dead, zweimal Portugal. The Man, jeweils einmal Cursive, Nine Inch Nails, Minus The Bear und die Beatsteaks.
Video des Jahres
Bevor sich noch irgendein Interessenverband darüber beschwert, dass Sex und Gewalt an dieser Stelle unterrepräsentiert seien:
The Cribs – Men’s Needs
(Wer über 18 ist, darf auch hier klicken)
Und für alle, die es lieber etwas gesitteter mögen:
Feist – My Moon My Man
- ok, genaugenommen waren es bereits drei [↩]
- Die ich anderen Leuten nur empfehlen kann. Es lohnt sich! [↩]
kĂĽnstlerkollektiv: ...and you will know us by the trail of dead, 31Knots, against me, arctic monkeys, beatsteaks, biffy clyro, bloc party, cursive, dinosaur jr., feist, foo fighters, forget cassettes, future of the left, Icke & Er, kate nash, maxďmo park, mclusky, minus the bear, muff potter, nine inch nails, nofx, okkervil river, portugal. the man, pretty girls make graves, queens of the stone age, radiohead, rage against the machine, Smashing Pumpkins, the blood brothers, the cooper temple clause, the cribs, the fratellis, the hives, the wombats
file under: best of 2000-09 | Kommentare deaktiviert
kommentare verboten. was wir schreiben, stimmt auch.

