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Neume – Inch. Riffgewitter.

von jonas | 12.Juni 2010

neume - inchYeah, schon wieder eine Band mit verquerem Namen, die verqueren Noiserock spielt! Neume bestehen aus zwei Jungs, die mit Gitarre, Schlagzeug und Stimme bewaffnet gewaltig Krach machen. Da die zwei in Berlin lebenden Musiker beide mit Vornamen Tim heißen, haben sie sich auch gleich die schicken Spitznamen “Thunder” und “Lightning” zugelegt. Das passt wie die Faust in die Magengrube, schließlich sorgen Neume auf ihrem Debütalbum “Inch” für ein heftiges Riffgewitter.

Da wird aus Gitarre und Schlagzeug alles rausgeholt, was vier Arme und zwei Beine eben aus diesen beiden Instrumenten rausholen können. Die Stimme pendelt dazu zwischen verzweifeltem Krächzen und wütendem Bellen. Das klingt nach einem Job für Guido Lucas, in dessen Studio Neume ihr Debüt so direkt wie möglich auf Band geprügelt haben. Das Ergebnis klingt angemessen dreckig und strotzt vor roher Energie.

Vor lauter Lärm und Stoner-Heaviness verlieren Neume dabei jedoch nie die Melodie und den Groove aus dem Blick. Man fühlt sich an die Kollegen von DŸSE erinnert, allerdings mit leichtem Grunge-Einschlag. Und auch vor komplexen Songstrukturen wie im knapp elfminütigen Puls schrecken Neume nicht zurück – inklusive angetäuschtem Gitarrensolo und furiosem instrumentalen Finale. Wenig später wird dann mit schrägen Takten und Dissonanzen die Weltuntergangsmaschine angeworfen. Zum Abschluss gibt es mit dem verhältnismäßig ruhig beginnenden, sich aber zu einem wahren Brecher steigernden The Chemist nochmal ein Highlight.

Einziges Problem an der Platte: Wenn man sie zuhause angemessen laut aufdreht, kann man auch gleich seinen Mietvertrag zerreißen. Da hilft wohl nur der Besuch eines Livekonzerts der Band. Wohliges Ohrenklingeln garantiert!

Neume – Inch (ab 11.06.10, BluNoise Records/Alive!)

Neume bei Myspace


file under: platten | 1 kommentar »


ein kommentar zu “Neume – Inch. Riffgewitter.”

  1. Der Igel an der Orgel meint:
    14.Juni 2010 at 8:34 pm

    Riffgewitter und Weltuntergangsmaschine sind unheimlich gute Wörter, die ich hiermit in mein persönliches Repertoire der unheimlich guten Wörter aufnehme. Ach was, der ganze Beitrag gefällt mir überhaupt unheimlich gut!