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Jens Friebe über John F. Kennedy. Wer auch immer wirklich schoss.

28. April 2010 | Autor: | Fach: Geschichte | Kommentare deaktiviert für Jens Friebe über John F. Kennedy. Wer auch immer wirklich schoss.

Jens Friebe – Kennedy

Gestern ging es hier ja schon einmal um Verschwörungstheorien. Um kaum ein Ereignis – 9/11 vielleicht ausgenommen – gibt es aber so viele wie um die Ermordung des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, John Fitzgerald Kennedy.

Kennedy stammt aus einer seit über hundert Jahren und bis heute einflussreichen Familie: Schon sein Großvater, Sohn eines irischen Einwanderers, war Politiker, unter anderem im Senat von Massassuchets. JFKs Vater Joseph Patrick brachte es auf nicht immer ganz legale Weise zu einem ziemlichen Vermögen und ehelichte die Tochter des Bürgermeisters von Boston. Eine Freundin der Familie war unter anderem die deutsche Filmdiva Marlene Dietrich.

Die bekannteste Generation im Kennedy-Clan aber ist die der Kinder dieses Joseph Patrick Kennedys. Unter dessen insgesamt neun Kindern stachen dabei neben dem späteren Präsidenten sein Bruder Robert Francis, späterer Justizminister und unter ähnlich mysteriösen Umständen wie John umgebracht, und seine Schwester Eunice Kennedy-Shriver, Begründerin der Special Olympics und (2009 verstorbene) Schwiegermutter von Arnold Schwarzenegger.

Am weitesten brachte es aber der 1917 geborene John Fitzgerald Kennedy, trotz (oder gerade wegen) einer nur 1036 Tage währenden Amtszeit bis heute einer der bekanntesten und vor allem auch beliebtesten Präsidenten der USA. Dabei war seine Präsidentschaft nicht ganz ohne Probleme verlaufen: Nur ein Jahr nach der missglückten Invasion der Schweinebucht musste Kennedy die Kubakrise meistern, und der Krieg in Vietnam verlief auch nicht nach Plan. Im privaten sagte man sowohl ihm als auch seinem Bruder eine Affäre mit Marylin Monroe nach, offiziell war JFK aber seit 1953 mit Jacqueline Lee Bouvier verheiratet.

Der 22. November 1963 schließlich sollte eigentlich ein ganz normaler Wahlkampfauftritt werden. Die Demokraten in Texas waren allerdings aufgebracht, unter anderem wegen der Kuba-Politik ihres Präsidenten. Der hatte sich aber anscheinend noch etliche Feinde mehr gemacht. Schließlich wurde er während der Fahrt durch die Innenstadt von Dallas erschossen. Die Ermittlungen ergaben, dass ein 24jähriger Mann namens Lee Harvey Oswald die Schüsse abgegeben hat. Dass dieser nur zwei Tage nach dem Attentat in Polizeigewahrsam von einem Nachtclubbesitzer erschossen wurde, noch bevor Anklage gegen ihn erhoben wurde, macht den Fall nicht durchsichtiger, ganz im Gegenteil.

Es gibt nämlich zahlreiche Fakten, die zumindest gegen eine Alleintäterschaft Oswalds sprechen. So deutet einiges darauf hin, dass es noch mindestens einen weiteren Schützen gegeben haben muss. Eine der häufigsten Elemente in den verschiedenen Theorien ist dann auch, dass Oswald zwar beteiligt war, aber im Auftrag von jemand anders arbeitete. Besonders beliebt in dieser Hinsicht: Die CIA. Schließlich soll er Verbindungen dorthin gehabt haben, und Kennedy hatte sich in der Behörde nach der missglückten Invasion in der Schweinebucht durch Entlassungen in der Führungsetage unbeliebt gemacht. Ebenfalls gerne genommen als Sündenbock ist natürlich auch Kuba, manchmal auch in Zusammenarbeit mit dem sowjetischen Geheimdienst KGB. Aber vielleicht war es auch die Mafia, wahlweise die an der Ostküste oder in den Südstaaten oder gleich die Finanzwelt. Oder gar Kennedys Vize Lyndon B. Johnson, der immerhin durch das Attentat Präsident wurde – es gibt zahlreiche Verdächtige.

Ich wär wohl euer Präsident
Und ihr findet mich o.k.
Ich fahr an euch vorbei und wink
In einem Cabriolet

Und das Volk staunt wie ein Kind
Das noch nichts weiß von all dem Bösen
Sterne und Streifen wehen im Wind
Als sich die Schüsse lösen
(Jens Friebe – Kennedy)

Die bis heute ungeklärten Morde an JFK und RFK sind aber nicht die einzigen tragischen und teilweise durchaus gruseligen Todesfälle im Kennedy-Clan: Erst 1999 stürzte John F. Kennedy jr., der Sohn des früheren Präsidenten, mit einem Privatflugzeug in den Tod und reihte sich damit in eine lange Liste ein, die häufig auch als Kennedy Curse bezeichnet wird, einem “Fluch”, dem zwischen 1944 und 1999 insgesamt bis zu 15 Kennedys bzw. der Familie nahestehende Personen zum Opfer gefallen sein sollen.

Ob sich die Dead Kennedys, eine der bekanntesten US-Punkbands der frühen 80er, nur nach JFK oder gleich nach der ganzen Familie benannten, bleibt also offen.

Dead Kennedys – Holiday in Cambodia (Live)

Der Post erschien ursprünglich im Rahmen der „Reise durch die Zeit.

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