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Mother Mother über Polynesien. Der perfekte Fernreisesong?

17. September 2010 | Autor: | Fach: Erdkunde | Noch keine Wortmeldung

Mother Mother – Polynesia

Wie kommt eine kanadische Band dazu, über eine mehrere Tausend Kilometer entfernte Region zu singen, dazu noch eine, wo kaum Menschen leben? Na gut, weite Strecken und wenige Menschen sind Kanadier ja aus ihrer Heimat gewohnt – aber nach Polynesien geht es durch das Meer. Und zu allem Überfluss besteht die Fläche Polynesiens selbst zu knapp 99% aus Wasser.

Polynesien ist übrigens kein Land, sondern eine Insel- und Kulturregion, zu der Tausende kleiner Inseln und mehrere Staaten gehören. Neu-Seeland nimmt schon einmal einen großen Teil der Landfläche Polynesiens ein, daneben gehören unter anderem Kleinstaaten wie Samoa (dessen ca. 200.000 Bewohner als die Bevölkerung mit den meisten Fettleibigen gelten) und Kleinststaaten wie Niue (dessen ca. 1500 Bewohner in 14 Dörfern wohnen). Außerdem gehören noch ein paar letzte Kolonien und Territorien größerer Staaten dazu: Hawaii und Amerikanisch-Samoa gehören zum Beispiel zu den USA, die Osterinseln zu Chile und Französisch-Polynesien gehört als Übersee-Territorium zur “Grande Nation”.

Einer der interessantesten Staaten in Polynesien dürfte aber Kiribati sein. Kiribati liegt nord- und südlich des Äquators, hat eine Ausdehnung, die größer ist als die der Europäischen Union, ist von der Landfläche aber nicht einmal doppelt so groß wie Andorra. Eine der Inseln des Staates ist Kirimati (Christmas Island), die größte Koralleninsel der Welt. Und spätestens hier fangen die Probleme des Landes an: Schon in fünfzig Jahren könnte Kiribati fast vollständig von der Weltkarte verschwunden sein – dem steigenden Meeresspiegel sei Dank. Zusammen mit den Staatschefs anderer betroffener Staaten versucht der Kiribatische Präsident Anote Tong nun schon seit ein paar Jahren, neuen Lebensraum zu suchen, zum Beispiel in Australien oder Neuseeland.

Damit könnte das Meer, mit dem die Polynesier seit Jahrtausenden eng zusammengelebt haben, schon in naher Zukunft das Ende einer ganzen Weltregion bedeuten.

Bis dahin eignet sich Polynesien gerade wegen seiner Abgeschiedenheit als tolle Metapher für das weite Verreisen. Egal ob von Kanada aus oder von Europa, weit ist es zu den vielen Inseln in der Südsee.

Das wissen auch Mother Mother aus Vancouver, Canada, und nutzen diese Metapher. In ihrem Song “Polynesia”, der auf ihrem 2007er Debut “Touch Up” enthalten ist, geht es aber nicht nur nach Polynesien, sondern zum Beispiel auch ins ebenso ferne Neukaledonien. Und so wird aus “Polynesia” vielleicht der perfekte Fernreise-Song, genau richtig um auch auf unserer neuen Indiestreber-Seite das Geographie-Fach aufzumachen – schließlich waren ferne (und nahe) Länder ja auch Thema unserer ersten Aktion “In 80 Liedern um die Welt”. Damals, als indiestreber noch ein normales Blog war.

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