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Tocotronic und andere über Tennis. In den übergroßen Fußstapfen von Boris Becker.

11. September 2010 | Autor: | Fach: Sport | 2 Wortmeldungen

Tocotronic – Ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren

Ich habe Tocotronic etwas voraus. Im Gegensatz zu Dirk von Lowtzow und seinen Jungs habe ich mich nämlich mal für Tennis interessiert. Wobei, das ist vielleicht etwas übertrieben ausgedrückt. Aber ich habe zumindest mal Tennis gespielt, mehrere Jahre lang sogar.

Ihr habt richtig gelesen, hiermit gestehe ich feierlich: Ich war früher im Tennisverein. Auch wenn mir das heute erstmal keiner glaubt. Genauso wie wenn ich sage, dass ich mal im Fußballverein war. Na ja, was man als Kind und Jugendicher halt so treibt. Ich war allerdings nie besonders gut im Tennis, und irgendwann dann auch nicht mehr sonderlich motiviert. Die Fußstapfen von Boris Becker waren mir wohl eine Nummer zu groß. Schon damals habe ich den Tennisschläger meistens lieber als Luftgitarre verwendet, und irgendwann habe ich ihn dann konsequenterweise gegen den Bass getauscht. Eine gute Entscheidung.

Überhaupt, Indierock und Sport, das ist so eine Sache. Dem Klischee nach sind es doch eher die unsportlichen Jungs und nicht die durchtrainierten und angehimmelten Footballstars, die sich die Gitarren umhängen. So läuft das auch in der Hamburger Schule, wo man zwar gerne Sportjacken trägt, aber mit Leibesertüchtigung nicht viel anfangen kann.

Dabei liegt für viele Leute gerade Tennis auf der Liste der uncoolen Sportarten ziemlich weit vorne, irgendwo zwischen Polo und Golf. Die Welt von Topspin, Slice und Volley ist den gängigen Stereotypen zufolge wohlhabenden Weißen vorbehalten. Tennis gilt als eine elitäre, biedere, saubere, ja geradezu sterile Sportart. Wenn es also eine Indie-Band gibt, zu der Tennis passt, dann wohl Vampire Weekend. Das können auch die Jungs selbst nicht abstreiten und ließen sich zu einem Video hinreißen, welches das Thema mit dem nötigen Augenzwinkern aufgreift – und dazu noch jede Menge Stars versammelt:

Vampire Weekend – Giving Up The Gun

Auch die Foals scheinen sich für Tennis zu interessieren. Schließlich eröffnen sie ihr Debütalbum “Antidotes” mit dem Song “The French Open“, einer Hommage an den amerikanischen Tennisspieler Andy Roddick, der trotz seines wuchtigen Aufschlags bei großen Turnieren oft das Nachsehen hat. Von den Foals wird er deshalb für seine “wasted games” bemitleidet. Außerdem stammt die Zeile “Un peu d’air sur la terre” aus einem Werbespot von Lacoste, einer Marke für Tennisbekleidung.

Foals – The French Open

Und es gibt sogar eine Band aus Denver, die auf den schlichten und doch vielsagenden Namen Tennis hört. Wobei deren verträumter Sound eher nach Sandstrand als nach Sandplatz klingt. Aber hört selbst:

Tennis – South Carolina

Es zeigt sich also, dass sich dem weißen Sport doch irgendwie eine gewisse Coolness abgewinnen lässt. In diesem Sinne: Spiel, Satz und Sieg!

Künstlerkollektiv: , , ,


2 Wortmeldungen to “Tocotronic und andere über Tennis. In den übergroßen Fußstapfen von Boris Becker.”

  1. Thomas meint:
    11.September 2010 at 22:04

    ich habe auch mal tennis im verein gespielt. wurde sogar vizekreismeister (aber auch nur, weil an dieser kreismeisterschaft nur 3 personen teilnahmen). pokale und frauen durften jedenfalls immer andere mit nach hause nehmen, weshalb ich ähnlich wie du den tennisschläger gegen eine gitarre eingetauscht habe. dummerweise habe ich mich an der gitarre als genauso trainingsfaul erwiesen wie vorher am tennisschläger.

    tja, dumm gelaufen! aber schöner artikel…

  2. Der Igel an der Orgel meint:
    13.September 2010 at 18:32

    Tischtennis hielte ich für eine durchaus indietaugliche Alternative. Ungeschlagen aber immernoch: Pong.

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