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Gramercy Riffs. Die Neufundland-New York-Connection.

6. November 2010 | Autor: | Fach: Popkultur | Noch keine Wortmeldung

GRAMERCY RIFFS – Little One

Lange schon hatte mich keine Band, die ich durch Zufall im Internet entdeckt hatte, mehr so schnell so anhaltend begeistert. Gut, ich entdecke die meiste Musik im Internet, in der Regel aber auf den gleichen zwei, drei Blogs. Und nicht über irgendwelche Umwege, die im Nachhinein kaum nachzuvollziehen sind. Bei den Gramercy Riffs war es aber so, und ich war zwar der erste in meinem Freundeskreis, der sich in die Musik verliebte, aber mindestens eine gute Freundin war ähnlich begeistert wie ich.

Die Gramercy Riffs sind aus Kanada, wie so viele tolle Bands in jüngster Zeit. Genauer gesagt kommen sie aus St. John’s, Neufundland. Fünf junge Menschen spielen in der Band, zwei davon singen. Leider viel zu selten im Duett und viel zu häufig aufgeteilt auf unterschiedliche Songs. Zweiter Wehmutstropfen: Die Platte gibt es natürlich mal wieder nicht offiziell in Deutschland. Nicht einmal per Amazon Marketplace kann man sie sich bestellen, es bleibt also nur der Import (z.B. via CDBaby) oder per mp3 (das wiederum geht auch bei Amazon). Aber es lohnt sich auf jeden Fall, denn das Debutalbum der Band, “It’s Heartbreak” enthält 11 wunderschöne Popstücke.

Gramercy Riffs – Dreaming

Das fängt beim äußerst tanzbar dahergallopierenden Opener “Oh Linda” an, geht über das mit der nötigen Schwere ausgestattete “Dreaming”1 und die Gitarrenpop-Ballade “Tonight’s Your Night” bis zum letzten Song “Seventeen”, der es schafft, einen Gefühlsmäßig wieder zurück in genau dieses Alter zu bringen – um das es wiederum im Song geht. Mich hatte die Band aber auch schon mit der Benutzung eines Waldhorns2 im obigen Video.

Genauso verschroben wie dieses Instrument finde ich den Umstand, seine Band nach einer fiktiven Gang aus einem Kultfilm aus dem Jahr 1979 zu benennen. Die Gramercy Riffs sind nämlich die größte und mächtigste New Yorker Gang in Walter Hills (u.a. auch “Last Man Standing” und als Produzent die “Alien”-Reihe) Film “The Warriors”. Deren Anführer Cyrus wird, kurz nachdem er alle Gangs dazu aufgerufen hat, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam New York zu regieren, erschossen. Der Mord wird auf die Warriors, eine Gang aus Coney Island, geschoben, und den kompletten Film über werden die dann von allen anderen Gangs, allen voran auch den Gramercy Riffs, gejagt. Natürlich klärt sich am Ende alles auf, und die wahren Bösewichte werden gefasst. Bis dahin ist es aber eine harte Nacht für die Warriors, und ein absolut sehenswerter Film für den Zuschauer. Kein Wunder, dass es demnächst evtl. eine Neufassung geben soll. Wobei die wahrscheinlich nicht so gut sein wird wie das Original. Wie immer.

Trailer: The Warriors (1979)

Dass aber nun auch eine Kanadische Band so heißt, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass mal wieder Zeitnot herrschte: Eine Show stand an, die Band hatte noch keinen Namen. Irgendwas musste aber auf dem Plakat stehen, und da Lee, einer der Sänger der Band, ein großer Fan von Walter Hills Film war, hieß die Band fortan Gramercy Riffs. Und zwar bis heute.

Gramercy Riffs-Homepage | Facebook

  1. oben in einer wunderbaren Akkustik-Version beim North By Northeast-Festival-Picnic im letzten Jahr []
  2. DAS Instrument des Jahres sowieso []

Künstlerkollektiv:


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