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nachhaltige mode. ein interview (teil 2). | indiestreber.de


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nachhaltige mode. ein interview (teil 2).

von | 10.November 2008

(teil 1)

es hat etwas gedauert, aber hier kommt er endlich, der zweite teil des interviews mit mathias von fairliebt und matthias von zündstoff.

indiestreber.de: mitlerweile haben ja auch die ersten größeren modelabels klamotten im sortiment, die fair gehandelt und produziert sind. was haltet ihr von diesem greenwashing? macht das euer geschäft kaputt oder freut ihr euch eher darüber, dass jetzt auch dort auf nachhaltigkeit geachtet wird?

mathias (fairliebt): also grundsätzlich bin ich da pragmatisch. ich sag mal: besser als nix, ist gut so. wobei man auch bedenken muss, dass der markt für bio-baumwolle zum einen sehr klein ist und wir das schon über die zulieferer mit, dass der preis für bio-baumwolle ziemlich gestiegen ist seit die großen ketten mit eingestiegen sind. und zum anderen muss ich ganz ehrlich sagen, auch wenn ich es mir für die welt nicht wünsche, aber leider glaube ich, dass das ’ne eintagsfliege ist, wo man versucht, ein bisschen gutes image mitzunehmen. letztendlich, wenn man mal auf die zertifikate achtet, die da verwendet werden, ist das schon alles sehr low. und vor allem: es wird oft gesagt, dass ist bio-baumwolle, aber die sachen werden dann in konventionellen fabriken verarbeitet, wo dann zum beispiel keine arbeitnehmerrechte gewährleistet sind. von daher ist das oft auch eine mogelpackung im laden, da muss man schon genau drauf achten. oder man geht sicher, indem man bei labels kauft, die gute, nachvollziehbare zertifikate haben. grundsätzlich sehe ich das aber als gute entwicklung an, dass halt dieses bewusstsein, das ja zum beispiel bei lebensmitteln schon da ist beim verbraucher, sich jetzt auch auf die kleidung überträgt.

matthias (zündstoff): ich denke auch, dass gerade bei großen labels, das ganze gemacht wird aus imagegründen, und dass das eher nichts langfristiges sein wird. es soll nur der medienrummel genutzt werden. aber gleichzeitig könnte das auch konsumenten in die richte richtung lenken. ich glaube, dass das ganze schon langfristige auswirkungen haben könnte, dass sich die konsumenten in zukunft vielleicht mal näher informieren werden, was es halt für alternativen gibt. von daher sehe ich das ganze jetzt auch nicht ganz so kritisch

indiestreber.de: bio-nahrungsmittel kosten ja oft doppel so viel wie konventionellen lebensmittel, oder sind sogar noch teurer. wie sieht das denn bei bio-klamotten aus? ist das da genauso?

matthias (zündstoff): also mit h&m können wir halt nicht mithalten, das ist klar. aber ich hab letztens mal im internet geguckt, was eine diesel-jeans heutzutage kostet. etwa 120 euro. und soviel kosten zum beispiel auch die jeans von kuyichi. mit dem unterschied, dass diese aus bio-baumwolle hergestellt sind und in fabriken, die nach einem bestimmten standard zertifiziert werden. ich denke, dass bei so einem produkt wie einer jeans, wo die material- und produktionskosten im vergleich zum aufwand, zum logistischen aufwand, zum design und so weiter, relativ gering sind, kann man die sachen durchaus vergleichen mit markenklamotten.

mathias (fairliebt): das denk ich auch. wir sind zum beispiel ein direktvertrieb, bei uns kauft man die sachen direkt beim produzenten. das kostet dann zwischen 18 und 25 euro, und es gibt ja genug marken, wo die t-shirts wesentlich teurer sind. das muss man halt auch mal sehen. klar gibt es bei uns keine t-shirts für 5 euro, ok, schade. aber ich trage zum beispiel das allererste t-shirt, dass wir vor drei jahren gemacht haben, noch heute, das hält immer noch die form.

indiestreber.de: nochmal zu bio-lebensmitteln. kauft ihr eure lebensmittel denn auch immer im bioladen?

matthias (zündstoff): ehm, ja.

mathias (fairliebt): streber! (gelächter) nee, ich nicht. also, ich hab ein relativ geringes budget zur verfügung und..

matthias (zündstoff): ich wohn halt in einer total p.c.en wg.

mathias (fairliebt): wenn ich im supermarkt bin, dann dann genügt es schon, wenn ich irgendwo ein bio-schild sehe, dann greif ich immer gerne zu. aber ich decke nicht meinen ganzen lebensmittelbedarf im bioladen. ich trinke aber zum beispiel nur fair gehandelten bio-kaffee, solche sachen. aber nicht jedes brötchen, was ich esse, ist vom bio-bäcker.

indiestreber.de: was anderes. bei euch bei fairliebt gibt es ja auch einige band-t-shirts. wie ist es denn dazu gekommen? (anmerkung: hier gibt’s ne kleine übersicht)

mathias (fairliebt): das haben wir zusammen ausgearbeitet mit unserem freund hannes von records and me. er sagte, er wolle t-shirts machen, habe aber wenig geld und keinen bock auf massenware. dann haben wir halt gesagt, ok, dann produzieren wir das für dich und gucken mal wie das läuft. wir machen keinen richtigen merchandise, das sind ja immer limitierte auflagen von etwa 30 stück oder so. das klappte dann ganz gut mit ihm. ich hab dann irgendwann den lars von audiolith kennengelernt, mit säge von juri gagarin hing ich eh schon rum und dann hat man das solchen bands auch vorgeschlagen und ihnen erklärt, was wir machen. die sind ja eh immer offen für sowas und dann haben wir das halt nach und nach umgesetzt.

indiestreber.de: eure labels bloggen ja auch mit auf dem gemeinschaftsblog korrekte-klamotten.de. ist vernetzung wichtig in eurer branche oder gibt es da konkurrenzdenken?

matthias (zündstoff): ob das blog jetzt so wichtig ist, kann ich so genau gar nicht sagen. klar, der blog ist natürlich nett. ich denke auch, dass das schon einen guten effekt für uns alle bringt. es bündelt halt besucher, die dann letztendlich auch wieder den anderen zu gute kommen. aber vor allen dingen find ich es total nett. das empfindet auch keiner als konkurrenzsituation zwischen den kleinen labels. es ist halt einfach so, dass man sich auf einer netten ebene und in einem sehr netten rahmen auch miteinander austauschen kann und, na klar, auch erfahrungen weitergeben kann.

mathias (fairliebt): man hängt halt auf den einschlägigen messen zusammen rum. da sind dann immer die selben gesichter, die man sieht. und irgendwann war dann da die frage, wie man sich gut vernetzen könnte. und statt einer statischen internetseite, die dann einmal im jahr aktualisiert wird, dachten wir uns, dass so ein multi-blog die schönere alternative ist. ich finde vernetzung sehr wichtig, muss ich sagen. ich denke, dass sowohl der bewusste konsumentenkreis als auch der anbieterkreis relativ überschaubar ist. und jemand, der heute ein paar schuhe bei zündstoff kauft, braucht vielleicht morgen ein t-shirt und kauft das bei uns. von daher finde ich, das ist schon ne super sache.


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ein kommentar zu “nachhaltige mode. ein interview (teil 2).”

  1. benedikt meint:
    11.November 2008 at 1:59 pm

    Interessantes Interview, Teil 2 hätte auch ruhig noch länger sein können. Und mein neues „nachhaltiges Shirt“ hab ich auch schon getragen. :)
    Danke!