Das hier ist die alte, nicht mehr gepflegte Version von indiestreber. Hier schauen wir nicht mehr nach, ob Links oder Videos noch funktionieren, und auch neue Artikel werden hier nicht mehr erscheinen. Unsere neue Seite findest du unter www.indiestreber.de

neueste werke

neueste kommentare

ältere werke

suche


« | home | »

Eine musikalische Reise durch die Zeit. Teil 43: A Nazi Love Story?

von | 19.April 2010

The Indelicates – Unity Mitford

Auf die Idee, ein Liebeslied an Hitler zu schreiben, muss man auch erst einmal kommen. Ich möchte euch das eigentlich ja wunderschöne obige Lied nicht versauen, aber wenn ihr wisst, dass Unity Mitford so etwas wie ein Hitler-Groupie und angeblich seine Geliebte war, dann wird es euch beim Hören des Liedes wahrscheinlich kalt den Rücken herunterlaufen. Aber der Reihe nach.

Unity Mitford wurde 1911 als eine von sechs Töchtern in eine britische Adelsfamilie geboren. Eine ihrer schwestern heiratete später den britischen Faschistenführer Max Mosley, und ihre Cousine war mit Winston Churchill verheiratet. Eine andere ihrer Schwestern wurde Kommunistin und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg, noch eine andere wurde eine der bekanntesten britischen Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit.

Unity Mitford aber entschied sich für einen anderen Mann: Adolf Hitler.

Schon 1934 nahm sie am Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg Teil, traf Hitler das erste Mal im Februar des folgenden Jahres und hinterließ Eindruck. Er bezeichnete sie und ihre Schwester Diana als „perfekte Exemplare der arischen Frau, und er und Unity trafen sich in der Folge noch bis zu 1000 mal. Das ging dann irgendwann so weit, dass der britische Botschafter ihr den Pass entzog, weil sie ihn mit einem Hitlergruß begrüßte. Zu der Zeit hatte sie schon ein spezielles NSDAP-Parteiabzeichen, da sie als Britin ja kein reguläres Parteimitglied werden durfte.

Als dann Großbritannien am 3. September 1939 Deutschland den Krieg erklärte, versuchte Unity Mitford, sich das Leben zu nehmen – mit wenig Erfolg. Die Kugel blieb in ihrem Kopf stecken, sie starb erst 9 Jahre später an den Spätfolgen. In der Zeit ihrer Rehabilitation, irgendwann in der ersten Hälfte des Jahres 1940, soll sie sogar ein Kind geboren haben, dessen Vater kein geringerer als Adolf Hitler sein soll. Zumindest wenn man britischen Medien glaubt. Nachgewiesen ist noch nicht einmal, dass die beiden eine Affäre hatten.

Trotzdem setzen genau hier auch die Indelicates an mit dem wohl verstörendsten Liebeslied aller Zeiten, dass gleichzeitig aber irgendwo auch wunderschön ist.

Like Romeo and Juliet
In a bunker, shot through the head
Everything will be beautiful
Everything will be beautiful

(Den gesamten Text gibt es auf der Bandhomepage)


künstlerkollektiv:

file under: reise durch die zeit | Kommentare deaktiviert für Eine musikalische Reise durch die Zeit. Teil 43: A Nazi Love Story?


kommentare verboten. was wir schreiben, stimmt auch.