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Alarma Man – Love Forever. Operation Veränderung geglückt.

von jonas | 13.August 2010

alarma man - love foreverEs gibt nur wenige Worte, die in schlechten Popsongs öfter auftauchen als “Love” und “Forever”. Dazu tanzen dann flotte Boys und Girls grinsend durch die Gegend und die Sonne scheint. Dabei erweisen sich sowohl die Liebe als auch die Ewigkeit bei genauerer Betrachtung als durchaus abgründige Angelegenheiten. Alarma Man scheinen das ähnlich zu sehen, jedenfalls ist ihr “Love Forever” betiteltes Zweitwerk von gutgelauntem Pop meilenweit entfernt.

Vier Jahre es ist es inzwischen her, dass Alarma Man aus Schweden mit ihrem selbstbetitelten Debüt einen Meilenstein des instrumentalen Mathpunk schufen.1 Auf “Love Forever” schalten sie nun einen Gang zurück und entwirren ihre labyrinthartigen Songstrukturen etwas. Die Drums zucken nich mehr so spastisch wie auf dem ersten Album, und auch die Gitarren drosseln ihr Tempo. Außerdem gesellt sich bei einigen Liedern noch ein Saxophon dazu. Die größte Veränderung allerdings: Es wird gesungen!

Schon im Opener Pitch Grammar wird man mit stampfendem Rhythmus und Gespensterchören begrüßt. Lakonisch und abgeklärt fügen sich die Stimmen von Bassist Niklas Forst und Gitarrist Viktor Lager in die verschachtelten Gitarrenfiguren ein. Cabin In The Woods zeigt sich dabei mit seinem echten Refrain sogar verhältnismäßig eingängig. Durch den Gesang gewinnt die Musik von Alarma Man neue Ausdrucksmöglichkeiten hinzu, es gibt nicht mehr nur dauernd auf die Zwölf. Statt auf tightes Geschredder setzen sie vermehrt auf Atmosphäre. Kopfkino statt Synapsenmassage also. Ihre beklemmende Düsternis behält die Band dabei allerdings bei. Ihre Musik hört man immer noch am besten alleine und bei Dunkelheit.

“Alarma Man haben sich selbst das Geschenk der Veränderung und der Weiterformulierung gemacht.” steht im Promotext. Das kann man so unterschreiben und der Band dazu gratulieren, denn die heikle Operation Veränderung ist ihr mit “Love Forever” geglückt.

Alarma Man – Love Forever (ab 13.08.10, Sinnbus/Rough Trade)

Alarma Man – Cabin In The Woods

  1. Wobei mir zugegebenermaßen keine andere Platte einfällt, die man diesem Genre zuordnen könnte. []

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