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Potenzielle Alben des Jahres 2009 #1: The XX – The XX

von | 1.Dezember 2009

the xx - the xx Zugegeben, man muss nicht jedem Trend hinterher laufen wie Rocky den Hühnern. Gerade was britische Indiemusik angeht, schwappt dank des wöchentlichen Szeneblattes NME schließlich eine Trendwelle nach der nächsten auf das europäische Festland. Dass auf die Jubelwelle um das Debütalbum der Band The XX auch noch der Großteil der deutschen Feuilletonschreiber aufsprang, macht jedoch schon ein bisschen stutzig.

Dabei können The XX nicht unbedingt viel dafür. Die Bandmitglieder haben noch keine 20 Jahre auf dem Buckel, kennen sich seit Kindestagen. Als ich Sängerin Romy und Sänger Oliver zu einem Interview für Campus Radio Mainz traf, gaben die beiden offen zu, dass sie einfach nicht gut genug an ihren Instrumenten seien, um versiertere Musik zu spielen. Das allerdings ist genau der springende Punkt dabei: Die Band kann zwar nicht viel, das kann sie jedoch exzellent.

Der versierteste der vier Bandmitglieder ist wahrscheinlich mit Abstand Jamie, der DJ, der sich für die RnB-Rhythmen hinter den zarten Stimmchen von Romy und Oliver verantwortlich zeigt. Gleichzeitig hat er das Album auch produziert. Der junge Mann scheint mit dermaßen viel Talent gesegnet zu sein, dass sich die Band sogar erlauben konnte Keyboarderin und Gitarristin Baria kurzerhand aus der Band zu werfen, als sie sich auf Tour über Erschöpfungserscheinungen beklagte. Jamie ersetzt sie durch virtuose Knöpchendreherei einfach mit simplen Samples. Das hat er beim Konzert der Band in Frankfurt eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Die Band als Ganzes hat beim Konzert unter Beweis gestellt, dass so ziemlich jedes Lied ihres Debütalbums ein kleiner Indie-Edelstein ist. Musik kann so einfach sein: Die Songs beginnen mit einer einprägsamen Gitarrenmelodie, in die irgendein regelmäßiges Klatschen oder Klacken einsetzt. Gleichzeitig Keyboardklänge, die genauso gut eine Szene in einem gruseligen Film unterlegen könnten, in dem eine Frau einen dunklen Wald betritt, während sie ihren Atem in weißen Wölkchen vor sich her trägt. Oliver und Romy runden die Geschichte ab, in dem sie kanonartig Zeilen wie Please Teach Me Gently How To Breath (Shelter) über diese beruhigenden Klangkontrukte säuseln. Die einzelnen Bandmitglieder werden sich definitiv an ihren Instrumenten weiter entwickeln. Ob das allerdings dazu führt, dass sie jemals ein besseres Album als ihr erstes aufnehmen, steht weit entfernt in den Sternen.

The XX – The XX (2009, Beggar’s Group/Indigo)


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