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The Rural Alberta Advantage – Hometowns. „mein name ist hometowns und ich bin dein neues lieblingsalbum“

von | 12.Januar 2010

the rural alberta advantage - hometowns es ist ein bisschen wie in filmszenen, in denen die weibliche hauptdarstellerin ihrem geliebten auf folgende weise ihre schwangerschaft offenbart: „baby, ich bin schwanger aber…“ „ja, schatz?“ „… aber das kind ist nicht von dir.“ auf meine situation übersetzt geht das ganze ungefähr so: „hallo, mein name ist „hometowns“ von the rural alberta advantage und ich bin dein neues lieblingsalbum aber … aber ich bin schon 2009 erschienen.“ autsch!

es ist doch immer wieder das gleiche. da machst du dir wochenlang gedanken über deine alben des jahres, durchstöberst musikmagazine und lieblingsblogs, wirfst einen blick auf deine lastfm charts, ziehst dir deine favoriten nochmal auf den ipod, um auch wirklich sicher zu sein und dann endlich hast du es: dein persönliches album des jahres 2009. meins war das debütalbum von the xx. dachte ich jedenfalls bis vorgestern…

dann kamen the rural alberta advantage, unerwartet, gewaltig und nicht mehr wegzubekommen, wie der schnee in norddeutschland. erst ließ er sich jahrelang nie blicken und dann schneit es so viel, dass hilflose winterurlauber umgeben von weißen massen frierend auf der autobahn übernachten müssen… aber ich schweife ab. wenn man es ganz genau nimmt, ist „hometowns“ schon 2008 erschienen, in eigenregie von den drei kanadiern Paul Banwatt, Amy Cole and Nils Edenloff veröffentlicht. hätten die geschmackssicheren köpfe von saddle creek die band ein jahr später nicht unter ihre fittiche genommen, wären the rural alberta advantage wohl eine rurale kanadische attraktion geblieben und ich würde sie bis heute nicht kennen.

so aber kann ich mich gar nicht satt hören. das album läuft in einer nicht enden wollenden dauerschleife. kein wunder, schließlich hat es alles, was ein großartiges indie-folk-rock album braucht: mit nils edenloff einen sänger, der alles andere als eine radiostimme hat, die einen aber genau deshalb in kopf, herz und knien gleichzeitig trifft. mit paul banwatt einen schlagzeuger, der so gnadenlos hyperaktiv-hippe rhythmen an den tag legt, dass das herz am liebsten im fünf achtel takt mitwippen möchte (ähnlich wie tyson vogel von den labelkollegen two gallants übrigens, eine der wenigen vergleichbaren bands) und zu guter letzt mit amy cole eine dame, die sich im gegensatz zu anderen musizierenden frauen nicht aufdrängt sondern entweder – wie in der unter diesem artikel zu liebenden live-aufnahme von „edmonton“ – mit rassel oder drumsticks den rhythmus verstärkt oder genau an den richtigen stellen eine liebliche melodie ins mikrophon säuselt (wie zum beispiel zu beginn des großartigen „the deadroads“). wenn man dann auch noch hinhört, was der gute nils edenloff überhaupt singt (zum beispiel die abschließenden zeilen dieses eintrags aus „sleep all day“), dann möchte man bitte sofort im lotto gewinnen, um allen menschen dieser welt diese cd kaufen zu können, damit sie beim nächsten mal, wenn sie gefragt werden, was denn ihr album des jahres 2009 sei, synchron „the rural alberta advantage mit hometowns“ antworten… ich würde mich sehr drüber freuen.

„Well I shouldn’t sleep all day
but it’s half past noon.
‚Cause I know we’re taking a break
and I know you’re leaving me soon.

So if you try to be nice
then I’ll try to be nice to you.
And if you try to hold on
then I’ll try to hold on to you.“

(Sleep All Day)

The Rural Alberta Advantage – Hometowns (2009, Saddle Creek)


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4 kommentare zu “The Rural Alberta Advantage – Hometowns. „mein name ist hometowns und ich bin dein neues lieblingsalbum“”

  1. JanBob meint:
    12.Januar 2010 at 7:56 pm

    Sehr cool geschrieben! Schöner Artikel!

    Und da die Platte auch bei mir (zum Glück schon seit 2009) rauf und runter läuft, ist sie für mich (zusammen mit Mumford & Sons) Platte des Jahres geworden! Jetzt müssen sie nur noch auf Deutschlandtour kommen…

  2. ray meint:
    13.Januar 2010 at 12:23 am

    so geschrieben das ich sie auch hören will, muss…
    danke. bin gespannt.

  3. Prinzessin Arschloch meint:
    13.Januar 2010 at 6:03 pm

    Hab mir das Album aufgrund dieses Artikels auch mal angehört. Ist wirklich ein tolles Album. Alle Songs gefallen mir jetzt nicht, rauf und runter werd ich das Album wohl auch nicht hören, nur ein paar Lieder. Aber Edmonton gehört jetzt zu meinen Lieblingsliedern!!

    Danke. =)

  4. michi meint:
    13.Januar 2010 at 10:11 pm

    die umsonstsongs auf der homepage machen auf jeden fall lust auf mehr!