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platte der woche: firewater – the golden hour

von | 19.Mai 2008

anfang 2005 hielt es tod a nicht mehr aus. nach der trennung von seiner frau und der wiederwahl von george w. bush sah er in amerika keine heimat mehr. also fasste der bassist, sänger und songwriter von firewater einen entschluss: er wollte weg von all dem, weit weg, am besten auf die andere seite der welt. und so verließ er seine heimatstadt new york, im gepäck bloß etwas kleidung, ein laptop und ein mikrofon. zunächst verschlug es ihn nach thailand, danach reiste er von indien über pakistan bis zur afgahnischen grenze (eigentlich wollte er noch weiter durch den iran und irak, aber das erwies sich dann doch als zu gefährlich). über wasser hielt er sich, indem er als englischlehrer arbeitete. aufenthalte in der türkei, isreal und indonesien rundeten diese halbe weltreise ab. notizen davon gibt es in seinem blog postcards from the other side of the world zu lesen. und warum erzähle ich euch das alles? nicht nur weil auch wir ja begeisterte weltumreiser sind, sondern vor allen dingen weil bei diesem ungewöhnlich trip ein eindrucksvolles album herausgekommen ist.

tod a nahm auf seiner reise nämlich sämtliche musiker auf, die er traf, und diese aufnahmen bildeten das grundgerüst und die inspiration für „the golden hour“. und so hört man darauf wilde fern- und nahöstliche rhythmen, exotische instrumente, indische banghra- und sufi-klänge und dazu tod’s markante, rauchig-tiefe stimme und eine gute prise westlicher rock. weltmusik im positiven sinne also. die stimmung schwankt dabei zwischen ausgelassenheit und melancholie und auch textlich geht es hoch her, etwa in „hey clown“, der plakativen abrechnung mit george w. bush, die vor persönlicher angepisstheit nur so strotzt. alles in allem ist „the golden hour“ ein außergewöhnliches dokument der völkerverständigung, das zeigt, dass musik die wohl universalste sprache ist.

aber genug von meiner seite, als weiteren kleinen appetitanreger gibt es nun noch ein kleiner making of, indem tod a selbst zu wort kommt:

firewater – the golden hour (2008, noise-o-lution/indigo)

denjenigen, die firewater bisher nicht kannten – und das werden wohl leider viel zu viele sein – sei übrigens die komplette diskografie wärmstens empfohlen, insbesondere die platte „psychopharmacology“ von 2002.

und last but not least: an alle musikjournalisten, insbesondere die von visions: bitte verwendet im zusammenhang mit tod a und firewater nicht mehr das adjektiv „zynisch“. was ihr meint ist „sarkastisch“. zur begriffsklärung empfehle ich den essay „mein nachbar und der zynismus“ von max goldt. danke.


künstlerkollektiv: ,

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