Das hier ist die alte, nicht mehr gepflegte Version von indiestreber. Hier schauen wir nicht mehr nach, ob Links oder Videos noch funktionieren, und auch neue Artikel werden hier nicht mehr erscheinen. Unsere neue Seite findest du unter www.indiestreber.de

neueste werke

neueste kommentare

ältere werke

suche


« | home | »

The Thermals – Now We Can See. Pop zum Gernehaben.

von jonas | 6.Mai 2009

the thermals - now we can see Nanu, The Thermals, unsere geliebten LoFi-Indie-Punk-Krachmacher, schreiben auf einmal waschechte Balladen, die sogar die 5-Minutengrenze überschreiten?! Und produzieren ihr neues Album “Now We Can See” so, dass es eher nach gemütlichem Studio als nach verdreckter Garage klingt?! Was ist denn da passiert? Und viel wichtiger: Kann das funktionieren?

Die Antwort vorweg: Ja, es funktioniert. Denn statt sich komplett zu verändern, gehen The Thermals schlichtweg den Weg, den sie mit dem Vorgängeralbum “The Body, The Blood, The Machine” musikalisch und textlich eingeschlagen haben, konsequent weiter – und das, ohne in einen Trott zu verfallen. Das Tempo wird hier und da noch etwas weiter gedrosselt, doch das tut dem Charme der Songs keinen Abbruch. Schließlich haben es die Thermals einfach raus, wie man tolle Songs schreibt, die mit jedem Hören näher in Richtung Hymne rücken.

Und vor allen Dingen behalten sie ihre Trademarks – wenn auch in leicht veränderter Form – bei: Hutch Harris’ einzigartige Stimme, die irgendwie ungelenken aber doch eingängigen Gesangsmelodien, wenige Akkorde, die viel bedeuten, das scheppernde Schlagzeug… All das findet sich zu Genüge auf “Now We Can See”. So wird dann folgerichtig auch die angesprochene Ballade At The Bottom Of The Sea gleich mit einer verschmutzten Melodiekrachperle in unter zwei Minuten gekontert, die an alte Zeiten erinnert.

Inhaltlich geht es dagegen mal wieder um große Themen: Diesmal ist laut der Band niemand geringeres als Gevatter Tod das Bindeglied zwischen den Texten. Die sind – auch das ist man inzwischen von den Thermals gewohnt – tiefgründig und offen für vielfältige Interpretationen. Und so ein Schuss Melancholie und Vergänglichkeit ergänzt sich ja auch genau mit den krachig-fröhlichen Gitarren.

Ich gebe zu: Das was The Thermals inzwischen machen ist zweifellos Pop, aber Pop zum Gernehaben und zum Genießen. Wer diese Musik hasst, erwürgt auch kleine süße Babykatzen!

The Thermals – Now We Can See (2009, Kill Rock Stars)


künstlerkollektiv:

file under: platten | Kommentare deaktiviert


kommentare verboten. was wir schreiben, stimmt auch.