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Erik Penny/Fyfe Dangerfield. Ein Treffen in der Mitte.

von matze | 4.März 2010

Wenn man am gleichen Tag zwei neue Alben jeweils das erste mal in seine Computer-Playlist einfügt und sie dann direkt hintereinander abspielt, kann es schonmal passieren, dass man in einem unachtsamen Moment den Übergang von Album eins zu Album zwei verpasst und sich plötzlich in Album zwei wiederfindet. Und manchmal passiert das ziemlich überraschend, wie bei mir, Erik Penny und Fyfe Dangerfield.

Fyfe Dangerfield - Fly Yellow MoonIch hatte sehr unterschiedliche Werke vermutet: Die Vorabsongs When you walk in the room und She needs me von Fyfe Dangerfields Solo-Debut Fly Yellow Moon wiesen ja durchaus Parallelen zu Mika oder sogar Freddie Mercury auf. Singer-Songwriter-Melodien trafen auf Bombast. Und das war wunderbar. Nach den beiden Songs schienen die Bombast-Kanonen im Hause Dangerfield allerdings mehr oder weniger leergeschossen.

Aber: Halb so schlimm. Denn um die beiden Songs herum gruppiert sind wunderbare Songs, die zwar so viel mehr nach dem einsamen Mann mit der Gitarre als nach dem großen Entertainer klingen. Allen voran geht dabei Faster than the Setting Sun, in dem Dangerfield dann doch noch einmal richtig schön pathetisch singt, und dessen Refrain im schon erwähnten She Needs Me noch einmal aufgegriffen wird, und dem wohl schönsten, passendsten und besten Stück, das in den letzten Jahren eine CD beenden durfte: This can go in any direction.

Man hätte diese Stimmungswechsel allerdings auch erwarten können: Schon die beiden Alben der Guillemots, Fyfe Dangerfields eigentlicher Band,1 waren unter anderem geprägt durch die Unterschiedlichkeit der einzelnen Songs.

Erik Penny - BendAndererseits waren die langsameren Lieder einer der Gründe dafür, dass ich beim ersten Hören den Übergang zu Erik Pennys Bend in meiner Playliste verpasste. Bei dem Album hatte ich denn auch das genaue Gegenteil erwartet: Sehr langsamer und getragene Singer-Songwriter-Songs, schön für den Kaminabend ohne Kamin im Herbst bzw. ausgehenden Winter. Aber die Songs des Albums erwiesen sich dann doch als Popsongs im besten Sinne.

Das Album geht in Under the gun noch gemächlich los, steigert Tempo und Energie dann aber doch recht schnell. In Dreaming of you wähnt man sich dann in einer Adam Green-Scheibe zu Gemstones-Zeiten, Side of the Road könnte der beste Song im Lebenswerk einer Radio-Rock-Band sein2 und auch an anderen Stellen des Album erwischt man sich beim Gedanken, das doch schon einmal irgendwo gehört zu haben. Allerdings tut das der Platte keinen Abbruch, im Gegenteil.

… und so treffen sich zwei CDs, von denen ich vollkommen unterschiedliches erwartet hatte, ziemlich genau in der Mitte – und wurden beide zu absoluten Empfehlungen für den beginnenden Frühling.

Fyfe Dangerfield – Fly Yellow Moon (in Deutschland noch nicht veröffentlicht, UK: 2010, Polydor)
Erik Penny – Bend (ab 5.03.2010, Believe Germany/Future Pop)

  1. dieses Jahr soll angeblich ein neues Album erscheinen []
  2. das hört sich jetzt gemein an, ist aber durchaus positiv gemeint []

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