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Eine musikalische Reise durch die Zeit. Teil 21: Am Ende waren sie Tot.

von | 28.März 2010

Dire Straits – Romeo and Juliet

nun begeben wir uns also in das jahr 1591. oder 1594. oder so. genau weiß man das nämlich gar nicht. auf jeden fall machte sich damals ein enddreißiger namens william shakespeare daran, eine liebesgeschichte zu schreiben. oder sagen wir, neu zu schreiben. denn eigentlich kam ein italiener namens bandello auf die idee und kollege arthur brooke hatte sie dankenswerterweise schon übersetzt. die geschichte von romeo und seiner julia. aber schon damals muss willi gewusst haben, dass die story ein riesenerfolg werden würde, weil sie irgendwie abgefahren, aber auch genauso typisch ist – das wissen wir auch heute noch. junge sieht mädchen und verliebt sich, sie findet ihn auch gut, die eltern mögen das ganze (und sich gegenseitig) aber nicht so gerne, dem jungen glück ist das egal, sie wollen heiraten, aber dann ist wegen kommunikationsschwierigkeiten alles aus. dazwischen noch viele hindernisse, schicksal, tränen, liebe und.. naja okay, tod. oder wie shakespeare es eben ganz am ende der tragödie schon selbst formulierte: “for never was a story of more woe/ than this of juliet and her romeo.”

und weil „woe“ leid heißt und leid schon immer eine gute grundlage zum liederschreiben war (genau wie natürlich liebe, schicksal und tod), hat sich auch die musikindustrie von damals und heute in beachtlichem umfang an dieser liebesgeschichte in venedig bedient.1 in italien war es auch, wo es den dire straits 1981 gelang, mehr alben zu verkaufen als jede andere band in diesem jahr. und das mit der platte making movies, mit der dann auch romeo and juliet allein dort seinen weg zu 1 millionen hörern fand. mark knopfler ließ sein song-pärchen zwar nicht sterben, aber gut geht das ganze trotzdem nicht aus, weil julia nämlich ein eingebildetes uptown girl ist. während sich die briten also vor allem dem aspekt der „liebe, die nicht sein soll“ widmeten, griff lou reed acht jahre später dann aus einem anderen grund ins bücherregal. sein new york-album wäre ohne eine geschichte über bandenkriege einfach zu langweilig geworden. und verfeindete familien, die sich gegenseitig die köpfe einschlagen, an das hatte mr. shakespeare ja schließlich auch schon gedacht. und so entstand romeo had juliette, die wohl lässigste verarbeitung des shakespeare-themas2.

Lou Reed – Romeo had Juliette

aber auch aktuell ist man der liebesgeschichte par excellence nicht abgeneigt, und so wagten sich nicht nur the killers auf dem mischmasch-album sawdust an den oben genannten dire straits-song. man findet auch ein romeo and julie von the rifles und etwas subtilere referenzen, wie die zeile „there ain’t no love, no montagues or capulets“ im arctic monkeys-superhit i bet you look good on the dancefloor. aber die wohl eindeutigste position zum thema bezieht man dann doch im land von schiller und goehte. so fasst kettcars balu schön zusammen:

vergiss romeo und julia
wann gibt’s abendbrot?
willst du wirklich tauschen?
am ende waren sie tot.

  1. andere shakespeare-klassiker wurden auch vertont, wirklich hörenswert ist in anlehnung an king lear cordelia von tragically hip oder barclay james harvests lady macbeth. []
  2. sein the velvet underground-kollege und element of crime-produzent john cale hatte übrigens bereits 1973 einen song namens macbeth aufgenommen []

künstlerkollektiv: , , , , , , , , , ,

file under: reise durch die zeit | 1 kommentar »


ein kommentar zu “Eine musikalische Reise durch die Zeit. Teil 21: Am Ende waren sie Tot.”

  1. Michael meint:
    3.April 2010 at 3:22 pm

    dieser wunderschöne song von den dire straits zählt für mich zu den besten überhaupt. schön, dass sowohl die single als auch das formidable zugehörige album „making movies“ (die erste seite enthält in der tat großartige kurzfilme als songs vertont) auf eurer seite erwähnung finden!