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eine musikalische reise durch die zeit. teil 73: pfingstsonntag 1997.

von ric. | 19.Mai 2010

rekord – 18/05/19971

18. Mai 1997. Pfingstsonntag. bei rock am ring spielen kiss als headliner sowie placebo auf der alternastage. der fsv mainz 05 gewinnt sein zweitligaheimspiel gegen die stuttgarter kickers mit 1:0; der hsv entlässt nach der 0:4-niederlage gegen köln am samstag seinen trainer felix magath. in cannes geht die goldene palme zu gleichen teilen an den iranischen Regisseur Abbas Kiarostami und den Japaner Shohei Imamura. andorra ratifiziert ein abkommen über die anerkennung von diplomen mit frankreich. der deutsche jazzmusiker horst lippmann stirbt. in rheinland-pfalz beginnen die feierlichkeiten zum 50jährigen landesjubiläum. das wetter in deutschland: bei über 20 grad warm, aber kaum sonnig; im süden gegen abend gewitter.

und in wiesbaden wird folgender songtext geschrieben:

heute ist ein schlechter tag um schlecht gelaunt zu sein
weil heute ausnahmsweise grad die sonne mal scheint
ich schleppe mich zum plattenspieler und mach ne platte an
weil man bei [???]2 morgens am besten aufstehn kann

ich merke dass mein kopf sehr schmerzt er spürt die letzte nacht
ich frag mich was der kopf von [???] wohl heute morgen sagt
nach nem kaffee und ner dusche nehm ich den bus zum park
dort werd ich in der sonne schlafen den ganzen lieben tag

ich wache auf und um mich rum schlafen alle die ich mag
sie hatten wohl den gleichen plan an diesem frühlingstag
und du wachst auf und schaust dich um drehst dich zu mir rum und fragst
ist das nicht ein schönes bild ich hab’s mir ausgedacht

ich wache auf und um mich rum schlafen alle die ich mag
sie hatten wohl den gleichen plan an diesem frühlingstag
und du wachst auf und schaust dich um drehst dich zu mir rum und fragst
ist das nicht ein schönes bild ich hab’s mir ausgedacht
an diesem frühlingstag

rekord waren einfach ihrer zeit vorraus: sie machten deutschen indierock, als sich ausserhalb der hamburger schule noch kaum jemand dafür interessierte. und sie schafften es nie ihre heimatstadt wiesbaden hinter sich zu lassen. und genau dieses hängenbleiben, diese mischung aus hass auf und geborgenheit im altbekannten scheint diese band geprägt zu haben. wiesbaden hatten mit readymade eine weitere band, die kurze zeit später aufbrach aber nie wirklich weit kam, obwohl sie es verdient gehabt hätten. der schlachthof war die bühne, das label rewika die gute stube. aber drumherum nichts als mitteldeutsche kulturödnis.

rekord veröffentlichen zwischen 1995 und 1998 drei alben und lösten sich dann auf. auch andere bands mit ehemaligen rekord-mitgliedern wie tobacco oder darlo konnten nie richtig fuß fassen. der rekord-schlagzeuger rainer dinges starb am 11. mai 2009 auf der intensivstation eines wiesbadener krankenhauses an organversagen. er konnte weder in wiesbaden überleben noch die stadt hinter sich lassen. daran ist er wohl zerbrochen.

die erinnerung an ihn lebt in der musik von rekord weiter.

  1. leider ist nicht bekannt wer die rechte an dem song hat, deswegen nur ein ausschnitt []
  2. bin über hinweise auf die fehlenden textstellen dankbar []

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