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wenn der schlachthof zum tanze lädt: folklore 008 (teil 1)

von jonas | 5.September 2008

an alle, denen die überschrift seltsam erscheint: gemeint ist natürlich nicht irgendein fleischverarbeitendes gewerbe, sondern der schlachthof wiesbaden, ein ort, an dem ich schon eine menge toller konzertabende und diskonächte verbracht habe. und seitdem das wiesbadener festival-urgestein folklore im garten nicht mehr im garten (d.h. dem schlosspark freudenberg) stattfinden kann (zu hohe kosten wegen umweltverschmutzung etc.), heißt es nur noch schlicht folklore und wird vom schlachthof veranstaltet. die geschmacksicherheit und vertrauenswürdigkeit der veranstalter stand also schonmal außer frage.

und auch die sonstigen rahmenbedingungen waren gut: ein beträchtlicher teil der deutschen indie-elite hatten zugesagt, dabei waren u.a. blackmail, sportfreunde stiller, get well soon, mediengruppe telekommander, kilians und einige mehr. der wahre hammer aber waren die preise. freitag 8 , samstag 7 und sonntag 5 , macht zusammen gerade mal 20 für ein komplettes festivalwochenende (dreitageskarten gab es aus irgendwelchen gründen nicht). allerdings gab es mangels ausreichendem platz keine möglichkeit zu zelten, das festivalfeeling war also etwas eingeschränkt. aber ob man um 4 uhr in die s-bahn nach mainz oder in sein zelt fällt: so einen großen unterschied macht das nun auch nicht.

nun aber zur sache: das schlachthof-gelände in unmittelbarer nähe des wiesbadener bahnhofs ist zwar nicht gerade schön, verbreitet aber dennoch gemütliche festivalatmosphäre. begrüßt wurde man von den typischen ständen (hippie-kleidung und -accessoires, schallplatten, essen aus aller welt). auf der parkbühne unter freiem himmel (und bei ordentlichem wetter für ende august) spielten zu beginn the amber light, die wie fast alle anderen auftretenden bands auch aus deutschland stammen, genauer gesagt sogar aus wiesbaden selbst. die musik war atmosphärisch, aber dabei eher langweilig als mitreißend.

danach wurde es aber auch schon besser. roman fischer kam, sang und bearbeitete währenddessen abwechselnd klavier und gitarre. unterstützt wurde er dabei noch von einem bassisten und einem schlagzeuger. zwar war er eigentlich als “originärer singer/songwriter” angekündigt, es klang in meinen ohren allerdings mehr nach alternative rock la muse. wie dem auch sei, mir hats auf jeden fall gefallen. nur die ansagen waren etwas steif, man könnte sie aber genauso gut auch mit dem modewort “authentisch” veredeln.

roman fischer

danach war dann die band an der reihe, weger der wahrscheinlich der größte teil der zahlreich erschienenen zuschauer da waren: die sportfreunde stiller. und naja, was soll ich dazu sagen, ich bin nicht gerade ein fan dieser band. dennoch war ich eher positiv überrascht, was wohl daran lag, dass sie eher alte lieder gespielt haben (meinte matze jedenfalls, ich bin in ihrer diskografie nicht so bewandert). und live klang die stimme des sängers auch nicht so schlimm wie erwartet. außerdem war ein weiterer pluspunkt, dass sie das nervtötende “54, 74 …” nur kurz in einem anderen lied angespielt haben. wahrscheinlich hängts ihnen inzwischen einfach selbst zum hals raus. auch sonst gabs keine lieder vom fußball-album. gut so! und weil meiner meinung nach das riesige labyrinth-banner, das vor ihrem konzert vor der bühne aufgespannt wurde, das originellste am ganzen auftritt war, gibt es jetzt davon ein bild und nicht von der bühnenaction.

sporti-labyrinth

nach den sportfreunden ging es dann in die halle zu der deutschen nachwuchshoffnung kilians. und die sollten mich mit ihrem tanzbaren indie-rock nicht enttäuschen. besonders das als neuer song angekündigte stück hat mir gefalllen. man darf also gespannt sein, was diese junge band in zukunft noch aus sich machen wird. am rande: dieses komische stirnband vom gitarristen rechts sieht ja wohl schon ein bisschen panne aus.

kilians

daraufhin war dann der headliner des abends dran, niemand geringeres als die mediengruppe telekommander. zwei menschen, einer mit gitarre, einer mit bass, standen zusammen mit einem laptop auf der bühne und machten musik. die glitzeranzüge hatten sie anscheinend zuhause im schrank gelassen, und so wirkte das ganze irgendwie etwas karg. überhaupt schienen die beiden etwas lustlos, kann aber auch am etwas leisen sound gelegen haben. jedenfalls war die setlist zwar mit hits gespickt und das konzert durchaus gut, aber die richtige abspackstimmung wollte irgendwie nicht aufkommen. beim folklore 2006 – damals noch im garten – haben sie definitiv einen besseren auftritt hingelegt.

der abend bzw. die nacht klang dann für mich – nachdem ich es in der drum’n'bass-disko “knietief in beats” keine fünf minuten ausgehalten hatte – noch in der großen halle bei “bastard rocks!” aus. wie immer bei dieser diskoreihe gab es feinsten trash und jede menge hits jeglicher art. empfehlenswert für leute, die von dem indie-einheitsbrei auf dauer genug haben.

und morgen gehts weiter mit dem zweiten und letzten teil dieses folkloristischen berichts, denn der samstag war auch schon mein letzter festivaltag. u.a. mit dabei: get well soon, blackmail und rummelsnuff.


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