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bloc party – intimacy. unabhängig vom hype.

von | 8.Oktober 2008

wer die beiden letzten lebenszeichen von bloc party – die songs flux und mercury – hörte, der hätte, sofern er über eine gewisse pessimistische neigung verfügte, annehmen können, dass man die band in zukunft in der eurodisko zwischen scooter und snap! wiederfinden würde. die entwarnung zuerst: dieses szenario wird ganz bestimmt nicht eintreten.

dennoch ist das neue album „intimacy“ das elektrolastigste ihrer bisherigen karriere. doch es gibt nicht nur mehr elektro, sondern auch mehr rock (d.h. aufgedrehte verzerrer, vgl. halo), und dabei mindestens genausoviel pop (im sinne von refrains, die schon beim ersten hören ins ohr gehen, vgl. one month off). eine win-win-win-situation also. wobei die hitdichte von „silent alarm“ nicht erreicht wird, was jedoch nicht gegen die platte spricht.

der sound wirkt trotz einiger 80er jahre-reminiszensen modern und ist je nach bedarf rau und sperrig oder samtweich. der albumtitel „intimacy“ zieht sich dabei als roter faden durch die größtenteils sehr persönlichen texte von kele okereke. dass das album so gelungen ist, liegt außerdem zu einem großen teil auch an schlagzeuger matt tong, der die elektronischeren songs nicht mit den meist üblichen bumm-tschak-bumm-tschak-einheitsbeats, sondern mit eher an drum’n’bass erinnernden rythmen unterfüttert.

auch wenn einige leute im zusammenhang mit bloc party „silent alarm“ wahrscheinlich immer noch für das maß aller dinge halten, muss festgestellt werden: von allen neuen brit-bands, die mitte dieses jahrzehnts auftauchten, ist bloc party diejenige, die sich am meisten weiterentwickelt hat. und so braucht die band im jahre 2008 (und vermutlich noch weit darüber hinaus) keinen hype mehr, sie hat sich in der musiklandschaft längst etabliert und bleibt relevant.

ob man als fan dieser entwicklung folgt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. wer will, kann auch weiterhin in der indiedisko zu helicopter und/oder banquet tanzen. doch spätesten wenn bei den kooks der knut-effekt eintritt – niemand interessiert sich mehr für sie, weil sie nicht mehr süß aussehen – ist klar, wer die aus musikalischer sicht die besseren entscheidungen getroffen hat.

bloc party – intimacy (als cd ab 27.10.2008, wichita, vorher als download auf www.blocparty.com)


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ein kommentar zu “bloc party – intimacy. unabhängig vom hype.”

  1. Wepe meint:
    9.Oktober 2008 at 1:31 pm

    Eine sehr gute Kritik, das muss ich dir lassen, Jonas! Es stimmt, sie haben sich stark weiterentwicklet… leider bin ich einer der Anhänger von Silent Alarm und komm mit der Elektro-Lastigkeit nicht gut zurecht.