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das jahrzehnt aus sicht der indiestreber. teil 3: rics 2000

von ric. | 3.Dezember 2009

mensch ist das schon lange her. ich musste ganz schön tief in meinem gedächtnis kramen um mein persönliches musikjahr 2000 zu rekonstruieren. klar, die wichtigsten sachen hab ich nicht vergessen. aber schon die frage, welche konzerte ich damals besucht habe bedurfte tiefgehender recherche – und nicht einmal das internet konnte mir weiterhelfen, nein, am ende war es ein banales monatsprogramm eines clubs, das ich in einem schuhkarton fand.

die wichtigsten fakten: 2000 wurde ich 18 und begann in einem plattenladen1 an der kasse zu arbeiten. musikalisch sollte das jahr wegweisend werden: 1998/99 verbrachte ich ein schuljahr in den usa – ich hörte skatepunk, collegerock und hiphop sowie nachts den swr3-stream übers internet und wartete auf narcotic von liquido oder liebes lied von den absoluten beginnern. im sommer 1999 besuchte ich mein erstes festival, das southside, das damals noch auf dem flugplatz neubiberg bei münchen stattfand. ich kann mich noch an die fanta 4 erinnern und dass ich nach hause fuhr kurz bevor marilyn manson bzw. seine fans auf der bühne randalierten. ausserdem verpasste ich die sportfreunde stiller, die ich damals – warum auch immer – für eine hiphop-gruppe hielt, weil ich am sonntag nicht früh genug aus dem bett kam. deren werdegang verfolgte ich danach allerdings mit großem interesse, bekam schnell mit dass sie mit hiphop eher wenig am hut hatten und wartete 2000 erwartungsfroh auf ihr erstes album.

meine lieblingsplatten damals

ich wurde nicht enttäuscht: so wie einst real madrid wurde ein meilenstein meiner sozialisation mit deutscher indie-musik. die sportfreunde waren wie ich aus einem münchner vorort, behandelten themen mit denen ich mich identifizieren konnte, hatten humor und machten irgendwie die richtige musik dazu. ihre eps2 und ihr erstes album sind mir auch heute noch lieb und teuer.

weitere platten, die ich damals viel und gerne hörte:

mein lieblingslieder damals

von den sportfreunden mochte ich fast alle lieder vom album, keine ahnung welches mir 2000 am besten gefiel. ob star, obskur oder unbekannt von astra kid fand ich toll, weil ich das gefühl hatte dass es irgendwie zu meinem leben passte:

das leben kann doch gar nicht schöner sein // entgeltloses arbeiten und auch kein führerschein4

des weiteren:

die alben des jahres aus heutiger sicht

aus meiner sicht die schwerste frage für 2000. im grunde muss ich so wie einst real madrid, hybrid theory und the moon & antarctica auch heute noch dazu zählen. die ersten beiden weil sie bedeutende und auch tolle pionierwerke für ihre jeweilige musikrichtung – süddeutscher indierock/pop und nu metal – sind; the moon & antarctica weil es einfach ein bewegendes, düsteres album ist. erst später bin ich auf die schwedische band kent gekommen, die 2000 die englische version ihres albums hagnesta hill veröffentlicht haben, und auf placebo, auf deren album black market music zwei ihrer drei besten songs, nämlich black-eyed und special k5 vertreten sind.

die lieder des jahres aus heutiger sicht

yellow von coldplay ist immer noch eine absolute hymne, die ich gerne mal wieder frühmorgens in einem club hören würde6. bei 14 zero zero von console weiss nicht ob das lied ’99 oder ’00 war und ob ich es schon damals oder später gehört habe. auf jeden fall ist es großartig und war ein erstes hereinschnuppern in elektronische musik für mich. dazu kommen noch:

konzert des jahres

konzert sportfreunde stiller 27. juli 2000 kloster fürstenfeld

für 2000 kann ich mich nur an vier konzerte erinnern – aber wahrscheinlich waren das dann doch alle, auf denen ich war. welches davon am besten oder wichtigsten war? jedes war für sich bedeutend – und drei davon von der gleichen band: am tag vor meinem 18. geburtstag war ich auf meinem ersten sportfreunde stiller-konzert im babylon im kunstpark ost; im juli auf einem open-air konzert im kloster fürstenfeld, bei dem ein gewitter aufzog, peter aber meinte “wir haben keine angst vor dem gewitter!” und das konzert auch bei blitz, donner und strömendem regen nicht unterbrochen wurde; und im winter bei ready! sport! go! zusammen mit readymade – eine sympathische band aus wiesbaden, die leider nie so wirklich den durchbruch geschafft hat und heute weitestgehend in vergessenheit geraten ist.

ein wichtiges ereignis war auch das astra kid-konzert: mein erstes konzert im atomic caf, und an der kasse erspähte ich nina, die genau wie ich bei wom an der kasse arbeitete. da ich dadurch oft umsonst ins atomic kam sollte es in den folgenden jahren zu meinem “stammclub” werden7.

musikvideo des jahres

habe ich absolut keinen überblick mehr. erinnern kann ich mich noch an das video zu clint eastwood von gorillaz, toll fand ich das video zu yellow von coldplay:

  1. wom world of music in der münchner fußgängerzone, der schon lange nicht mehr existiert []
  2. macht doch was ihr wollt, ich geh’ jetzt und thonträger []
  3. ganz hatte mich amerika noch nicht losgelassen []
  4. den bekam ich nämlich erst 2001 []
  5. der dritte ist the bitter end []
  6. aber ich glaub ich bin gar nicht mehr frühmorgens in clubs []
  7. und die musik war natürlich auch meistens großartig []

künstlerkollektiv: , , , , , , , , , , , , , , ,

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