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in 80 liedern an 80 tagen um die welt. tag 76: glasgow.

von | 24.Januar 2008

mogwai – glasgow mega-snake

vergiss alle trends im vereinigten königreich: vergiss das hyperventilierende london. vergiss shoegazing in manchester. vergiss edinburgh, das versnobte münchen schottlands.

willkommen in glasgow. whisky, blut, bier und regen fliessen in strömen; die stadt scheint grau in grau. rostgrau in schmutziggrau in wolkengrau. poliertes metallgrau in regenpfützengrau in fassadenputzgrau. dennoch: glasgow’smiles better!

die Stadt ist nicht im klassischen sinne schön, aber sie hat charakter. verfallener industriecharme verschmilzt mit 70er-jahre-bausünden und post-21st-century-style zu einer surrealen städtebaumelange, die einen einfach nicht in ruhe leben lässt.

kein wunder dass sich in dieser stimmung zwischen massenarbeitslosigkeit und der glasgow school of art, zwischen nordatlantischen winterstürmen und dem feuchtmilden golfstrom, zwischen knox‘ calvinismus und dem alkoholismus der massen, eine ganz eigener menschenschlag entwickelt hat.

und eine der lebendigsten und kreativsten musikszenen überhaupt.

belle & sebastian, the fratellis, arab strap, travis, shitdisco, the proclaimers, 1990s, orange juice, simple minds, teenage fanclub, mogwai, the yummy fur und natürlich franz ferdinand. wer vor dieser aufzählung nicht in demut erstarrt sollte sich schämen. und indiestreber-nachhilfe beantragen.

so ähnlich wie in der zerfallenden industriestadt detroit dem techno der weg bereitet wurde, so entwickelte sich im zerfallenden postindustriellen glasgow ein postmoderner indie-sound. und mogwai sind eines der besten beispiele dafür.

man hört den glasgower bands ihre herkunft an: die nie versiegende melancholie, den kratzbürstigen charakter ihrer einwohner, den industriellen anklang in der musik. zwischen depression und extase schwebend.

und sogar oasis mussten erst nach glasgow kommen, um entdeckt zu werden.

glasgow hat seine identitätskrise nach dem zusammenbruch der industrie überwunden. die ernennung zur europäischen kulturhauptstadt 1990 rettete die stadt. seitdem wird verstärkt in moderne technologie, tourismus, kunst und kultur investiert. aber seine vergangenheit, sein klima und seinen charakter wird glasgow nie abschütteln können.

gottseidank.


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file under: in 80 liedern um die welt | 3 kommentare »


3 kommentare zu “in 80 liedern an 80 tagen um die welt. tag 76: glasgow.”

  1. matze meint:
    25.Januar 2008 at 12:04 am

    will. da. hin.
    und morgen wieder ganz viel belle and sebastian hören ;)

  2. Jörg meint:
    25.Januar 2008 at 12:52 am

    Gut getroffen! Die School-Of-Art-thursdays werden mir noch lang in Erinnerung bleiben. Möge das rosarote Damenrad noch lange durch die Pfützen dieser Stadt rollen. Auf bald!

  3. Angela meint:
    26.Januar 2008 at 7:50 pm

    glasgow rockt im regen! absolut sehenswert.
    hey ric, wusste gar nicht dass du so ein guter schreiberling bist!
    angela