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in 80 liedern an 80 tagen um die welt. tag 17: schweden

von | 26.November 2007

[youtube Wimj0xe7vbw]

alarma man – sweden sweden (live)

um schweden geht es hier ja ohnehin fast jeden tag: knapp ein drittel aller bands, die wir im rahmen unserer weltreise bisher vorgestellt haben, kamen aus schweden – und das, obwohl wir ihr heimatland noch gar nicht bereist haben. sogar einen konzertbericht auf schwedisch gibt es hier seit kurzem zu lesen. und das hat seinen grund, denn wenn es um indiepop (the cardigans, i’m from barcelona, peter bjorn and john, shout out louds etc.), singer/songwriter (jens lekman, pelle carlberg, kristofer aström usw.) oder zackigen rock’n’roll (mando diao, the hives, molotov jive usf.) geht, dann liegt das kleine land international weit vorne. eine völlig andere musikrichtung wurde zudem in schweden „erfunden“, nämlich der melodic death metal von bands wie in flames und at the gates.

das alles mag auf den ersten blick verwundern, denn das land hat ja gerade mal 9 mio. einwohner. nichtsdestotrotz ist schweden hinter den usa und großbritannien der drittgrößte musikexporteur der welt. das liegt wohl zu einem großen teil an der umfangreichen staatlichen förderung von musik, etwa durch zahlreiche musikschulen oder durch das 1993 gegründeten musikexportbüro exsm. und da kommt neben jeder menge charts-ware eben auch allerhand gutes zeug bei raus.

doch wenn man über schwedische musik spricht, sollte man eine band, die nicht in die bisher genannten genres passt, nicht unterschlagen. die rede ist von refused, einer der wegweisendsten gruppen der 90er jahre. in den anfangsjahren vor allen dingen für hartes geknüppel bekannt, mixten die kapitalismusfeinde aus umeå auf ihrem 1998er meisterwerk „the shape of punk to come“ hardcore mit jazz, electronica und melodie. ein molotov-cocktail, der sich kurz darauf selbst zerstören sollte: noch im selben jahr trennt sich die band während ihrer us-tour. refused are fucking dead. aus ihrer asche entstanden übrigens die früher mal großartigen the (international) noise conspiracy, aber das ist eine andere geschichte.

nach dieser langen, aber sowohl notwendigen als auch passenden einleitung, kommen wir nun zur band des tages: alarma man aus göteborg. wenn man möchte, kann man sie die legitimen erben im musikalischen geiste von refused und allem was drum herum in der schwedischen hardcore-szene entstand, nennen. aber das wäre bei einer so einzigartigen band beinahe schon eine abwertung. sie selbst bezeichnen ihre musik ziemlich treffend als „labyrinth mathpunk“. im gegensatz zu refused verzichten die vier jungspunde auf elektronische spielereien und konzentrieren sich ganz auf gitarregitarrebassschlagzeug. und das so unglaublich tight und mit solch einer spielfreude, dass man es kaum glauben kann. auf gesang verzichten sie auf ihrem selbstbetitelten, 2006 erschienenem debutalbum komplett, ohne das dadurch etwas fehlt. dazu gibt es songnamen, die wohl nur die frühen minus the bear an sinnlosigkeit toppen können, etwa fell in love with a woman twice my size oder i am eleven years old, i have no animals. grandios, aber keine leichte kost und sicherlich nichts für jedermann.

und was macht man, wenn man schon mal in einem so schönen und musikalisch vielseitigen land ist? richtig, man bleibt natürlich noch ein paar tage.


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file under: in 80 liedern um die welt | 2 kommentare »


2 kommentare zu “in 80 liedern an 80 tagen um die welt. tag 17: schweden”

  1. mr. brightside meint:
    27.November 2007 at 2:36 am

    wow, guter bericht. schweden ists aber auch wert! und aus refused wurden t(i)nc? wusst ich gar nich… cool. :)

  2. jonas meint:
    27.November 2007 at 6:20 pm

    ja, dennis lyxzen, der sänger von refused, ist auch der sänger von the (international) noise conspiracy.