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best of 2008. das jahr aus sicht der redaktion (teil 3)

von | 9.Januar 2009

eigentlich habe ich gar keine lust mehr, auf 2008 zurückzublicken. 2009 ist jetzt schon interessant genug, ob im weltpolitischen oder popkulturellen: tsg und obama, ff und lumires claires. ein kurzer rückblick ist allerdings noch drin.


zuerst zu den klassischen kategorien, album und lied des jahres. in klassischen high fidelity top 5 listen komprimiert. unkommentiert.

alben des jahres

1. late of the pier – fantasy black channel
2. peterlicht – melancholie und gesellschaft
3. gisbert zu knyphausen – gisbert zu knyphausen
4. get well soon – rest now, weary head you will get well soon
5. locas in love – winter

lieder des jahres

1. malcolm middleton – week off
2. late of the pier – focker
3. les trucs – nous sommes…
4. biffy clyro – who’s got a match
5. blackmail – the good part

entdeckungen des jahres

meine entdeckung des jahres #1 sind late of the pier. was soll man von vier spätpubertären jungs aus einer britischen kleinstadt erwarten? na dass sie nach kaum zwei jahren new rave denselbigen gleich mal neu erfinden. ok, nme, kids mit neonstirnbändern, underage, 80s trash, synthies, gehypt. mir egal. soll doch malcolm middleton mit der weisheit des alters den schönsten song des jahres komponieren – der rockt meinen schaukelstuhl, late of the pier bringen meine neuronen zum hyperventilieren. gehypt – geklaut – gekauft.

entdeckung # 2: les trucs. ebenso neuronen in aufruhr bringend. mit etwas mehr systemkritik. etwas kaputter. etwas tiefsinniger. etwas dreckiger. und mit einem lokalmatadorenbonus.

entdeckung #3: frittenbude. bringen auch was in schwingung. und liefern dankenswerterweise den beweis, dass münchen musikalisch noch nicht ganz verloren ist. heimatbonus. dreistigkeitsbonus für ein hildegard-knef-auf-acid-cover. tierschutzbonus für pandabär. sympathiebonus. echt nett, die elektrofikker.

fazit der entdeckungen: der musikdschungel uk wie immer vorreiter, hypeverbreiter. aber auch in der musikalischen halbwüste der rhein-main-steppe und auf der vom soundstream weit abgelegenen kargen insel münchen blüht die eine oder andere musikalische orchidee. hoffentlich verwelken die zarten pflänzchen nicht nach der ersten blüte gleich wieder.

enttäuschungen des jahres

über die enttäuschungen des jahres mag ich nicht viele worte verlieren. es gibt einfach bands die nicht mehr so gute musik machen wie früher mal. kettcar, superpunk und slut waren dieses mal die kandidaten. schlecht sie die jeweiligen alben nicht. nur mehr oder weniger nichtssagend, langweilig, beliebig. da war mal mehr inspiration da. mehr leidenschaft und mehr glauben.

liedtexter des jahres

die besten liedtexte des jahres 2008 attestiere ich gisbert zu knyphausen. darüber viele worte zu verlieren wäre unsinnig, lassen wir die texte für sich selbst sprechen:

schenk du uns die drinks ein, ich schütte dir mein herz aus
auf dem sofa das ich schon lange nicht mehr sehen kann
denn diese trostlosen farbe, sie entspricht meiner verfassung
komm lass uns trinken, bis ich dich wieder versteh.

(gisbert zu knyphausen, erwischt)

ich trag den schwierigen stempel der stadt auf der stirn
es dauert nicht mehr lang und er brennt sich mir ins hirn
und statt haaren wachsen mir wundervolle flausen aus dem kopf

(gisbert zu knyphausen, flugangst)

und wir labern immer viel zu viel, doch wir sehen gut dabei aus,
ja was wir tun das hat stil
doch ich hab angst vor dem ende der nacht, wenn das licht uns fängt
und der tag uns bloß müde verlacht.

(gisbert zu knyphausen, so seltsam durch die nacht)

konzerte des jahres

drei konzerte habe ich aus 2008 noch in besonderer erinnerung. einmal der auftritt von late of the pier auf dem melt! festival, bei dem mich deren geballte energie das erste mal aufrichtig beeindruckte. zweitens das konzert von bratze und juri gagarin im haus mainusch in mainz: alternatives studentenzentrum, wohnzimmerathmosphäre, eine flasche vodka und eine explosion der elektronischen anarchie. ein ganz besonderes erlebnis war auch der auftritt von gisbert zu knyphausen auf dem heimischen weingut baron zu knyphausen in erbach, sozusagen im kreis der familie. abendsonne, ein hervorragendes glas wein vom weingut und die adelige familie versammelt um den mißratenen sohn, der nicht banker, jurist oder arzt werden wollte. ein clash of cultures, hamburger songwriterschnoddrigkeit gegen rheingauer weinadel. der herr baron war trotzdem stolz auf seinen sohn.

clubs des jahres

bester club war für mich das bett in frankfurt, ein liebevoll geführtes musikwohnzimmer mitten im vorzeigetouristenviertel sachsenhausen. antikapitalistische cola zu feiner musik in familiärer athmosphäre. auch zu erwähnen ist das haus mainusch in mainz, dass den einen oder anderen elektropunkabend in die doch sonst recht gottverlassene mainzer musiklandschaft geholt hat. und der kulturpalast in wiesbaden, nicht nur aber auch wegen dem astra für 1,50.

städte des jahres

in der kategorie beste stadt mag ich drei städte aus verschiedenen gründen nennen: mainz, weil ich in der stadt mehr und mehr nette ecken entdeckt habe, auch wenn es in musikalischer hinsicht noch etwas hapert – umso mehr nachdem das teenage wasteland zugemacht hat, der einzige vernünftige plattenladen in der stadt; münchen weil ich die stadt jedes mal wieder lieb gewinne und in einem besserem licht erlebe sobald ich nicht mehr dort wohne; und köln weil mich ein einziger konzertbesuch dort so positiv überrascht hat, dass ich dort gerne wieder einmal vorbeischauen will (nur nicht zum karneval!).

jahr des jahres

jahr des jahres 2008 ist logischerweise 2009, weil nichts spannender ist als das, was kommt. ich freu mich drauf.


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file under: best of 2008 | 1 kommentar »


ein kommentar zu “best of 2008. das jahr aus sicht der redaktion (teil 3)”

  1. matze meint:
    9.Januar 2009 at 1:52 pm

    club des jahres hab ich ja ganz vergessen. stimme dir aber im großen und ganzen zu…