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das jahrzehnt aus sicht der indiestreber. teil 10: matzes 2003

von | 10.Dezember 2009

Im Sommer 2003 kam ich dann wieder aus Japan zurück – und langsam änderte sich mein Musikgeschmack ein weiteres mal. Es gab da zum Beispiel so eine Band aus Berlin, deren Musik ich damals sehr mochte und bis heute mag: Wir sind Helden waren eine der Neuentdeckungen 2003. Außerdem kaufte ich mir erstmals den Festivalguide. Wirklich zu einem Festival zu fahren schaffte ich allerdings nicht. Hätte ich es doch geschafft, hätte ich mir1 vielleicht ein paar musikalisch eher zwiespältig anzusehende Ausrutscher erspart – so aber brauchte es noch fast 1 1/2 Jahre, bis ich auf dem hier zögerlich eingeschlagenen Weg so richtig Gas gab.2

meine Lieblingsplatten damals:

The War on Errorism2003 war ja international das Jahr, in dem Millionen gegen den Irak-Krieg demonstrierten. Ich war zwar auf keiner Demo, aber doch entschieden gegen den Krieg. In meinen jugendlichen, durch Punkrock geschulten Augen, waren die Amerikaner schon lange, spätestens seit der Wahl Bushs, das Böse an sich gewesen.3 Und so wundert es auch nicht, dass eines meiner Lieblingsalben damals auch der perfekte Soundtrack gegen Bush war: The War on Errorism von NoFX, mit solchen Songs wie Anarchy Camp, 13 Stitches und natürlich Franco Un-American:

NoFX – Franco Un-American

meine Lieblingssongs damals:

Wie oben schon erwähnt, kaufte ich mir im Jahr 2003 erstmals den Festivalguide. Ihm beigelegt war eine CD, auf der unter anderem von mir zu einem späteren Zeitpunkt sehr geschätzten Bands wie Tocotronic, Angelika Express oder Kante zu hören waren. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, was von dieser CD ich damals wirklich mochte. Im Falle von Tocotronic wäre es allerdings auch nicht wirklich so schlimm, wenn ich es nicht tat, schließlich steckten sie 2003 noch in ihrem Tief – K.O.O.K. von 1999 als auch das 2002er Album Tocotronic, waren mit Abstand das schlechteste, was meine späteren Helden in ihrer Karriere veröffentlichten.

Mein Lieblingssong des Jahres – seltsamer- und vielleicht auch glücklicherweise auch einer der wenigen, an die ich mich erinnern kann – war aber trotzdem einer, den ich auch heute noch gut finde.

Wir sind Helden – Aurlie (Live)

Die Platten des Jahres – aus heutiger Sicht:

Olli Schulz und der Hund Marie - Brichst du mir das HerzEr ist einer der besten Livemusiker bzw. -entertainer Deutschlands, mittlerweile auch Radio- und ehemaliger Fernsehmoderator. Und auch die letzte Platte war wieder einmal großartig. Angefangen hat das alles aber schon spätestens 2003 mit Erscheinen seines ersten Albums Brichst du mir das Herz, dann brech‘ ich dir die Beine. Es ist bis heute sein bestes Werk, denn es enthält neben absoluten Olli Schulz-Klassikern wie Nimm mein Mixtape, Babe und Weil die Zeit sich so beeilt in Küss mich schnell bevor du platzt einen Gastauftritt der wunderbaren Nora Tschirner.

Auf den Plätzen:

Songs des Jahres – aus heutiger Sicht:

Spillsbury tauchen eine Kategorie weiter oben unter den Alben des Jahres auf. Wie so oft hat es aber nicht für den „Titel“ gereicht, weil das Album zwar tolle Songs enthält, der Rest des Album aber hinter diesen „Überhits“ zurückfällt. Beim Spillsbury-Debut Raus wird das besonders deutlich: An Jona kam danach nie wieder ein Song der Band heran. Ein zu perfekter Elektro-Pop-Rock-Song wurde hier abgeliefert, komplett mit wunderbarem Text:

Sonnenaufgang in der Stadt irgendwo fängt der Tag an wie immer zu früh,
soviel muss noch gesagt werden wenn der Tag weitergehn soll,
doch ich schlaf ein, wie immer zu früh. […]

nimm jetzt bitte meine Hand und sprich mir nach „ich bleibe hier“,
auch wenns vielleicht ein Fehler ist,
ich will kein Kaffee nur noch Bier.

Leider gibt es das Lied nicht bei Youtube, auf der Myspace-Seite ist es aber zu hören.

Auf den Plätzen:

(und natürlich viele weitere Songs der oben aufgeführten Alben)

Video des Jahres:

Ich hab das Video schon einmal gepostet, als ich euch zum ersten mal hier die Band Sternbuschweg näher bringen wollte. Es ist beileibe kein spektakuläres Video, aber es passt zum Song wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge – 2003 kam einfach kein besseres Video heraus.4

Sternbuschweg – Mach ich dich Glücklich oder nicht

Konzert des Jahres:

2003 war das bisher letzte Jahr, in dem ich auf keinem einzigen Pop- oder Rockkonzert war, abgesehen vielleicht von irgendwelchen Bands von Freunden oder ähnlichem. Meine Karriere als Konzertgänger fing erst Ende 2004 an – dazu also später mehr.

  1. und dank dieser Serie auch euch []
  2. Oder so… []
  3. Wobei ich schon zwischen Amerikanern als Menschen und der amerikanischen Politik unterschied. Ganz blöd war ich ja damals auch schon nicht. []
  4. Zumindest habe ich keins gefunden – mal schauen, was die anderen beiden in den nächsten Tagen auskramen werden []

künstlerkollektiv: , , , , , , , , , , , , , , ,

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